Auralisierung starten
In CadnaB kann das Ergebnis der Berechnung mit Hilfe der binauralen Auralisierung hörbar gemacht werden. Dies ermöglicht es dem Nutzer, eine Vorstellung davon zu erhalten, welchen Effekt eine bauliche Maßnahme haben wird. Dazu wird im Senderaum bzw. vor der Fassade eine Quelle in Form einer Audiodatei simuliert, welche dann um das errechnete Bauschalldämmmaß gedämmt wird.
Hinweis
Die Auralisierung ist nur für spektrale Luftschall Berechnungsergebnisse verfügbar!
Symbolleiste
Neben dem Menüeintrag ist die Auralisierung ebenso über das entsprechende Symbol
in der Symbolleiste (siehe Symbolleiste) verfügbar. Mit einem Klick auf das Icon wird die erneute Berechnung des Modells angestoßen und daraufhin der Dialog für die Auralisierung geöffnet.

Dialogoptionen
Variantenvergleich
Variante A und B ermöglicht den Vergleich von zwei Raumsituationen. Zur Auswahl werden nur Raumpaare mit einem gültigen Luftschallergebnis in der Auswahlliste angezeigt.
Blickrichtung
Die Orientierung des Hörers in Grad. 0 Grad bezieht sich hierbei auf die positive x-Richtung (nach rechts). Ein positiver Wert wird im Gegenuhrzeigersinn verwendet. CadnaB initialisiert diesen Wert mit Blickrichtung auf das erste Trennbauteil.
Schaltflächen
![]()
Zum Berechnen und Abspielen sowie stoppen der Wiedergabe.
Optionen
- Quelldatei: Eine WAV Audio Datei (idealerweise 44.1 kHz), welche das Quellsignal im Senderaum darstellt. CadnaB liefert standardmäßig eine Beispieldatei im Installationsverzeichnis mit.
- Ausgabedatei: Mit einem Klick auf die Abspielen Schaltfläche wird eine neue WAV Datei erzeugt und in dieses Verzeichnis geschrieben. Der Pfad zeigt standardmäßig auf das TEMP Verzeichnis des Nutzers.
- Lautstärkeanpassung „Gain“: Positiver Wert in Dezibel, welcher das Ausgabesignal verstärkt. Nützlich, um stark gedämmte Räume trotzdem hörbar zu machen, kann aber zur Übersteuerung des Signals führen. Standard 0dB bedeutet keine Verstärkung.
Empfangsraumtyp
Auswahl eines Raumtyps zur Berücksichtigung der Raumrückwirkung des Empfangsraums.
Hintergrund
Das Prinzip der binauralen Auralisierung basiert auf der sogenannten HRTF („head related transfer function“). Diese dienen zur Simulation der Abschirmung des Kopf-Schulterbereichs, sowie der Form der Ohrmuscheln für jedes Ohr. Diese HRTF-Paare (linkes und rechtes Ohr) sind spezifisch für jede Position im Raum und eigentlich auch für jeden Hörer. Hier wurde allerdings ein künstlicher Kopf als Modell genommen. Mit Hilfe einer Fast-Fourier-Transformation (FFT) kann jedes Eingangssignal mit dem HRTF-Paar so gefaltet kann, dass es für den Hörer klingt, als würde es aus einer bestimmten Richtung kommen. Dadurch entsteht am Ende der räumliche Höreindruck.
In CadnaB wird diese Technik auf jedes durch ein Bauteil gedämmte Signal (Sortierung: Empfangsraum) angewendet und am Ende akkumuliert, wodurch der Hörer unterschiedliche Dämmungen von Bauteilen auch räumlich wahrnehmen kann. Die Dämmung eines Signals durch ein Bauteil (in den jeweiligen Frequenzbändern) ist also ein vorausgehender Schritt für die eigentliche binauralen Auralisierung.
Zusammenfassung
Jedes Bauteil liefert ein gedämmtes Signal (auf Basis der Quelldatei), welches je nach Geometrie mittels entsprechender HRTF-Paare binaural synthetisiert wird. Alle binauralen Signale werden am Ende zu einem Stereosignal akkumuliert, welches in der Ausgabedatei gespeichert wird.