Automatische Stoßstellendetektion
In CadnaB wird den modellierten Stoßstellen mittels einer Stoßstellendetektion ein Stoßstellentyp zugewiesen. Je nach Stoßstellentyp wird die Flankenübertragung von CadnaB automatisch berechnet. Eine Liste der Stoßstellentypen, die von CadnaB erkannt werden können befindet sich im Stoßstellentypen.
Identifikation von Stoßstellentypen
Nach Start der Berechnung untersucht CadnaB die aktuell bestehenden Bauteil-Verbindungen nach identifizierbaren Stoßstellentypen und weist diese den Stoßstellen zu. Für Informationen zu den verfügbaren Stoßstellentypen siehe Stoßstellentypen. Die zur Berechnung der Übertragung verwendeten Algorithmen für das Stoßstellendämm-Maß gelten streng nur für rechtwinklige Stoßstellen. In realen Bauten wird von dieser Annahme vielfach abgewichen.
CadnaB geht bei der Identifikation von Stoßstellentypen abhängig von der Ordnung n (= Anzahl der gekoppelten Bauteile) wie folgt vor:
- Ordnung n=2: Stoßstellen der Ordnung n=2 werden identifiziert, aber bei der Berechnung der Stoßstellenübertragung nicht berücksichtigt., Dies betrifft primär Stoßstellen innerhalb des trennenden Bauteils (z.B. Material-/Dickenwechsel oder Ecken im Trennbauteil zwischen Räumen oder auch die Raumecken als Verbindungen zwischen zwei Außenbauteilen). Hingegen werden Material-/Dickenwechsel oder Ecken als Anschlussart von Wänden als solche erkannt und berechnet (siehe Wand).
- Ordnung n=3: Bei Rotations-invarianten Stoßstellen vom Typ „T-Stoß“ geht CadnaB wie folgt vor:
- T-Stoß, vertikal: Es werden die beiden Bauteile gesucht, die mehr oder weniger kollinear sind (+/- 45°), also den größten Winkel zwischen einander aufweisen. Das auf diese beiden Bauteile zulaufende Bauteil bildet dann mit diesen beiden die Stoßstelle.
- T-Stoß, horizontal: analoge Logik wie oben, aber da immer 90° Winkel vorliegen, erfolgt keine Behandlung von Sonderfällen.
Hinweis
Die Betrachtung, welches der drei Bauteile das trennende Bauteil darstellt, findet in diesem Schritt noch nicht statt, da hier zunächst nur die Logik für die Rotations-invariante Stoßstellen betroffen ist. In einem nachfolgenden Schritt werden - auf Basis der gefundenen Raumpaare - daraus die eigentlichen Stoßstellentypen generiert (unter Einbeziehung der Kenntnis, ob Trenn- und/oder Flankenbauteil/e biegesteif oder biegeweich sind).
- Ordnung n=4: Bei Stoßstellen vom Typ „Kreuzstoß“ werden unabhängig vom Winkel zwischen dem Trenn- und den Flankenbauteilen die Algorithmen des Kreuzstoßes verwendet.
- Ordnung n>4: z.Z. nicht vorgesehen, liefert Fehler (-1)
Die anschließende Berechnung der Übertragung erfolgt nur für Übertragungspfade 1.Ordnung, unabhängig davon, welcher Stoßstellentyp vorliegt. Falls - abhängig vom Stoßstellentyp - bestimmte Übertragungspfade (Ff, Df, Fd) beim identifizierten Stoßstellentyp nicht relevant sind, wird dies in der Berechnung automatisch berücksichtigt.
Abgleich mit Kij,min
Nach der Ermittlung des Stoßstellendämm-Maßes Kij erfolgt ein Abgleich mit dem minimalen Stoßstellendämm-Maß Kij,min. Ist das über den Stoßstellentyp ermittelte Stoßstellendämm-Maß Kij geringer als das minimale Stoßstellendämm-Maß Kij,min, so wird das minimale Stoßstellendämm-Maß Kij,min für die Berechnung verwendet.
DIN 4109: Zur Ermittlung des Kij,min wird die Formel (17) aus der DIN 4109-2:2018-01 herangezogen. Bei der Verwendung des Kij,min wird ein Hinweis im Berechnungsprotokoll ausgegeben (siehe Protokoll aktivieren / öffnen).
ISO 12354: Zur Ermittlung des Kij,min wird Formel (23) aus EN ISO 12354-1:2000 herangezogen.