Zum Inhalt

Registerkarte „Teilchenmodell“

Es bestehen zusätzliche Optionen für das Teilchenmodell und für den Anteil des Teilchenmodells bei Anwendung des kombinierten Verfahrens (Spiegelquellen --> Teilchen).

Transmission global deaktivieren

Ist diese Option aktiviert, so wird der Transmissionsgrad von Hindernisobjekten in der Berechnung nicht berücksichtigt. Dies gilt auch, wenn für Hindernisse Transmissionsgrade eingegeben oder aus den lokalen/globalen Bibliotheken Schalldämmungen referenziert wurden (standardmäßig ist diese Option deaktiviert, die Transmission also „aktiviert“).

gleiche Teilchenzahl je Quelle bzw. je Oktave (RIA)

Diese beiden Optionen stehen nur zur Verfügung, wenn auf der Registerkarte „RIA-Auswertung“ die Option „... für Immissionspunkte“ aktiviert ist.

  • gleiche Teilchenzahl je Quelle (RIA): Wenn aktiviert, wird bei der Berechnung der Raumimpulsantwort für jede Quelle die gleiche Anzahl Schallteilchen erzeugt (standardmäßig EIN).
  • gleiche Teilchenzahl je Oktave (RIA): Wenn aktiviert, wird bei der Berechnung der Raumimpulsantwort in jeder Oktave die gleiche Anzahl Schallteilchen erzeugt (standardmäßig EIN).

Beide Optionen führen dazu, dass auch bei niedrigen Pegeln nicht zu viele Iterationen benötigt werden, um im Hinblick auf die Gütemaße T30, T20, T10 und EDT auswertbare Echogramme zu erzeugen. Ansonsten würden für leise Quellen bzw. bei leisen Pegeln u.U. deutlich weniger Teilchen erzeugt (dann proportional zur Quellenleistung), was zu mehr Iterationen und damit längerer Rechenzeit führt.

maximaler Reflexionsverlust (dB)

Für das Teilchenmodell ist der maximale Reflexionsverlust (in dB) eingebbar (Option standardmäßig aktiviert mit Standardwert: 60 dB). Teilchen, die durch Reflexion/Absorption an Hindernis-Flächen den eingegebenen Reflexionsverlust überschreiten, werden nicht mehr weiterverfolgt.

Diese Option verhindert zu lange Rechenzeiten, in Fällen, in denen die fortgesetzte Akkumulation des Reflexionsverlustes ohnehin keine Auswirkung auf den Pegel mehr zeigt (zumindest bei dem Standardwert von 60 dB).

Richtwirkung über Teilchenzahl

Wird zusätzlich diese Option aktiviert, so wird die Richtwirkung bei Punktquellen über eine vom jeweiligen Richtwirkungsmaß abhängige Teilchenzahl in die Berechnung einbezogen. In diesem Fall haben alle ausgesandten Teilchen die gleiche Energie. Bei hohem Richtwirkungsmaß werden mehr Teilchen in diese Richtung ausgesandt, als bei niedrigem Richtwirkungsmaß.Ist die Option hingegen deaktiviert, wird die Richtwirkung von Punktquellen im Teilchenmodell oder im entsprechenden Anteil des kombinierten Verfahrens durch Variation der Teilchenenergie berücksichtigt. In diesem Fall werden in alle Richtungen gleich viele Teilchen, aber mit unterschiedlicher Energie ausgesandt.

Verwende CUDA falls möglich (standardmäßig aktiviert)

Bei den Berechnungsverfahren „Teilchenmodell“ und „Spiegelquellen --> Teilchen“ kann die parallele Rechenleistung einer GPU (Graphic Processing Unit) nutzen. Innerhalb des Teilchenmodells können alle Funktionen, die auf der CPU verfügbar sind, auch mit CUDA berechnet werden. Die Aussage „falls möglich“ bezieht sich auf die von CadnaR vorgenommene Prüfung der Grafikkarten-Hardware. Weitere Informationen finden Sie in unser Technical Note zum Thema Hardware. Deren aktuellste Version kann von unserer Website herungergeladen werden. Die CUDA-Berechnungszeit wird in einem lokalen Textbaustein gespeichert (siehe Lokale/globale Bibliotheken).

Verwende Kantenstreuung (bei neuen Projekten standardmäßig AN)

Diese Option führt, falls aktiviert, zu einer Streuung der Teilchen bis zum Abstand einer halben Wellenlänge von Hinderniskanten. Damit kann die frequenzabhängige Kantenstreuung näherungsweise modelliert werden, im Gegensatz zur rein geometrischen Reflexion an Hindernisoberflächen ohne Streuung (falls deaktiviert). Untersuchungen an realen Szenarien zeigen, dass die Einbeziehung der Kantenstreuung die Übereinstimmung von berechneten und gemessenen Ergebnissen verbessern kann.

Verwende Streugrad als Rauhigkeit (bei neuen Projekten standardmäßig AN)

Bei aktivierter Option wird bei zahlenmäßiger Eingabe von Streugraden in Objektdialogen (d.h. bei Quaderquelle, Hindernisquader, Schirm und PolyMesh) dieser als Streugrad bei 1000 Hz interpretiert. Die Streugrade bei den restlichen Oktav-Frequenzen werden aus tabellierten Verläufen ermittelt (Quelle siehe Literatur). Zwischenwerte des Streugrades werden linear interpoliert. Wird hingegen in den Objektdialogen ein Streugrad-Spektrum referenziert, so wird dieses auch für die Berechnung herangezogen.

globalen Streugrad für alle Flächen verwenden

Falls diese Aktion aktiviert ist, wird der eingegebene Streugrad für sämtliche im Projekt befindlichen Oberflächen, d.h. für alle Raumbegrenzungsflächen und für alle Objektoberflächen verwendet.

Hinweis

die jeweils individuell je Objekt bzw. je Raumbegrenzungsfläche eingegebenen Streugrade werden dann ignoriert und bei der Berechnung mit dem globalen Wert ersetzt.

Teilchenbeugung aktivieren

Nach Aktivierung der Option (default) können eine oder mehrere Bedingungen vorgegeben werden, die erfüllt sein müssen, damit eine Beugung erfolgt:

  • bis einschließlich Ordnung: Teilchen bis einschließlich der eingegebenen Ordnung werden gebeugt, z.B. bei Eingabe 0 (Null) werden nur Teilchen aus dem Direktfeld gebeugt, bei 1 werden auch die Teilchen gebeugt, die einmal reflektiert wurden (Standard: 2).
  • max. Laufzeit (ms): Bis zu dieser Teilchen-Laufzeit (ausgehend von der Quelle) werden Beugungskanten gefunden. Kanten nach dieser maximalen Laufzeit bleiben für die Beugung unberücksichtigt (Standard: 150 ms).
  • max. Anzahl Beugungen: Neben der maximalen Laufzeit kann zusätzlich die maximale Anzahl an Beugungskanten festgelegt werden, an der ein Teilchen gebeugt wird. Diese Bedingung wird - falls aktiviert - zusätzlich zur ggf. aktivierten Bedingung „max. Laufzeit“ geprüft (Standard: 2).
  • Totbereich in Lambda: Bei aktivierter Option wird in dem durch die Wellenlänge vorgegebenen Bereich keine weitere Beugung hinter einer Beugungskante zugelassen (Standard: 0.5 -> Bereich der halben Wellenlänge).Diese Bedingung kann bei tiefen Frequenzen trotzdem zu sehr großen Bereichen führen. Daher kann zusätzlich eine absolute Bereichsbegrenzung eingegeben werden:
    • min. Totbereich (cm): minimaler Abstand von der Schirmkante (Standard: 10 cm).
    • max. Totbereich (cm): maximaler Abstand von der Schirmkante (Standard: 50 cm).

Literatur

  • Trevor J. Cox; Peter D'Antonio: Acoustic Absorbers and Diffusers: Theory, Design and Application, 2nd edition, CRC Press 2009.