Quellgruppen kalibrieren
Mit der Funktion Quellgruppen kalibrieren können gemessene Schalldruckpegel zur Kalibrierung der Emission einer Quellgruppe - nachfolgend auch Maschine genannt - verwendet werden.

Ziel ist die Kalibrierung komplexer Quellstrukturen, die typischerweise aus mehreren Quellobjekten und Hindernisobjekten besteht. Für einzelne Punktquellen könnte die in Richtwirkung (lokal) Schaltfläche "vereinfacht" beschriebene Funktionalität besser geeignet sein.
Dialogoptionen
Schaltfläche ObjectTree

Wahl der ObjectTree-Gruppe, die alle Elemente der Quellgruppe und die zugehörigen Immissionsorte (=Messpositionen ) enthält.
Halbfreifeld oder in situ
Angabe wie die in der Tabelle als „Zielpegel“ eingegebenen Pegel gemessen worden sind. Halbfreifeld entspricht der Messung im Freien über reflektierendem Boden. „in situ“ entspricht der Messung im Raum, die Zielpegel enthalten also schon die durch den umgrenzenden Raum alle passiven Strukturen/Einbauten verursachte Raumrückwirkung.
Immissionspunkttabelle, Zielpegel
Tabelle aller aktiven Immissionsorte der gewählten Quellgruppe. Bezeichnung, ID und der A-Pegel der aktuell gewählten Variante werden als read-only angezeigt. In der Spalte Zielpegel kann der an dieser Position gemessene A-Pegelwert eingetragen werden. Immissionsorte ohne Zielpegel werden bei der Kalibrierung nicht berücksichtigt. Der Zielpegel wird im Memofeld des Immissionsortes mit der Variable CalibTarget gespeichert.
Schaltfläche „jetzt kalibrieren“
Startet die Kalibrierung. Nach abgeschlossener Kalibrierung und automatisch im Rahmen der Kalibrierung erfolgter Neuberechnung der aktuellen Variante mit angepassten Emissionen und oben eingestellten „Messbedingungen“ (Halbfreifeld oder in situ) kann in der Spalte Differenz (Zielpegel minus Pegel aktuelle Variante) die Qualität des Kalibrierergebnisses beurteilt werden.
Vorgehen und weitere Hinweise
- Erzeugung des Maschinenmodells aus abstrahlenden und abschirmenden Elementen. Siehe hierzu auch folgende Hilfsfunktionen:
- Maschine bauen aus dem Kontextmenü einer Flächenquelle
- Quaderquelle zerlegen in Kapitel Kontextmenü aus dem Kontextmenü einer Quaderquelle. Quaderquellen selbst eignen sich typischerweise nicht für die Kalibrierung, da die flächenbezogene Schallleistung für alle emittierenden Seiten gleich ist.
- Paralleles Objekt bzw. Umwandeln in
- Setzen der Immissionsorte an den Stellen, an denen gemessen wurde. Zum genaueren Positionieren der Immissionsorte im Messabstand siehe auch Fange Punkt an Hindernis
Hinweis
ideal für die Kalibrierung ist eine 1 zu 1 Beziehung zwischen Quellen und Immissionsorten, d.h. pro Quelle des Maschinenmodells gibt es genau einen Immissionort (dessen Pegel maßgeblich von dieser Quelle bestimmt wird). Für bessere Kalibrierergebnisse kann es daher sinnvoll sein Flächenquellen weiter zu unterteilen und/oder mehr Messpunkte an geeigneter Stelle hinzuzufügen.
- Korrekte Sortierung im ObjectTree (siehe ObjectTree) sicherstellen. Die Quellgruppe muss alle Quellen, Hindernisse und Immissionsorte enthalten. Untergruppen sind erlaubt. Beide nachfolgend dargestellten ObjectTree-Strukturen für die Quellgruppe M1 sind erlaubt. Hilfsfunktionen zum einfachen Hinzufügen zum ObjectTree siehe Objekte selektieren und ObjectTree-Zuordnung ändern
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- Im Dialog Quellgruppen kalibrieren die entsprechende ObjectTree-Gruppe wählen, angegeben unter welchen Bedingungen gemessen wurde (Halbfreifeld oder in-situ) sowie die an den jeweiligen Positionen gemessenen Pegel, d.h. die Zielpegel für die Kalibrierung eingeben.
- bei Klick auf „jetzt kalibrieren“ werden automatisch hintereinander folgende Schritte ausgeführt
- Schritt 1: Simulationsrechnung der aktuellen Variante: Ermittlung der Teilpegel jeder Quelle an jedem Immissionsort (auf Basis der in den jeweiligen Quellen angegebenen Emissionen inkl. Spektrum) unter Halbfreifeld- bzw. in-situ-Bedingungen.
- Schritt 2: Berechnung und Zuweisung der optimalen Emission je Quelle auf Basis der A-Teilpegel und mit dem Ziel der geringsten Abweichungen von den angegebenen A-Zielpegeln. Hierbei wird stets automatisch die Option „auf Lwa normieren“ aktiviert.
- Schritt 3: Simulationsrechnung der aktuellen Variante: Berechnung der Pegel an den Immissionsorten der Quellgruppe unter Halbfreifeld- bzw. in-situ-Bedingungen zum Vergleich mit den Zielpegeln.
Hinweis
Insbesondere bei unterbestimmten Systemen, d.h. wenn weniger Immissionsorte als Quellen vorhanden sind, kann als sinnvolles Kalibrierungsergebnis ein Nicht-Abstrahlen (Quellemission „-88“ dBA) vorkommen. Falls dies ungewünscht ist können zusätzliche Immissionsorten an geeigneter Stelle gesetzt und der Kalibrierungsprozess wiederholt werden.


