QSI - Statistische Auswertung
Die in DIN 45687, Anhang F, 45687-2006 formulierten "Anforderungen und Prüfbestimmungen zur statistischen Kennzeichnung von Pegeldifferenzen" können mit CadnaA umgesetzt werden. Zur statistischen Kennzeichnung der Pegeldifferenzen aus zwei Rechenläufen mit unterschiedlicher Berechnungskonfiguration werden das 0,1-Quantil und das 0,9-Quantil berechnet und angezeigt (10%- bzw. 90 %-Wert der Verteilung der Pegeldifferenzen).
Der Befehl QSI-Statistische Auswertung steht im Menü Extras zur Verfügung. Die Auswertung kann sich auf Rasterpunkte, Fassadenpunkte oder auf Punkte entlang von Linien gleichen Schallpegels beziehen.

Dialog QSI - Statistische Auswertung
Die statistische Auswertung in CadnaA erfolgt entweder unter Verwendung der vorhandenen aktiven Immissionspunkte (Mindestanzahl: 20) oder diese werden alternativ im Rahmen der Berechnung automatisch generiert. Bei Verwendung von nutzerdefinierten Immissionspunkten ist die Einhaltung der Abstandsanforderung nach Anhang F (horizontaler Abstand der Immissionspunkte >= 2 m um Quellen und Hindernisse) vom Anwender sicherzustellen. Bei Generierung der Immissionspunkte durch CadnaA wird die Abstandsanforderung automatisch eingehalten.
Variantenzuordnung
Wählen Sie hier, welche der im Projekt vorhandenen Varianten für die Referenzeinstellung und für die Projekteinstellung verwendet werden sollen. In der Regel wird die Einstellung „(default)“ für die Referenzeinstellung verwendet, die global festgelegt ist (siehe unten, Referenzeinstellung). Nach erfolgter Berechnung wird die voreingestellte Referenzeinstellung in den Listenfelder „Referenzeinstellung“ und „Projekteinstellung“ mit „REF“ (entspricht Variante V16) angezeigt.
Referenzeinstellung
Für die Referenzeinstellung können vorgegebene Standardwerte („Default“) übernommen oder abgeändert werden („benutzerdefiniert“). In diesem Fall werden nach Klick auf die Schaltfläche „übernehme Default“ die voreingestellten Werte im Dialog angezeigt. Die z.Z. verfügbaren Parameter sind aus der Tabelle ersichtlich.
| Parameter (Einheit bzw. Wertebereich) | Variable/Wert |
| maximaler Fehler (dB) | MAXERROR=0.0 |
| Suchradius (m) | SEARCHRAD=3000 |
| Rasterinterpolation Ein/Aus (1/0) | RASTER_INT=0 |
| Rasterfaktor (-) | RASTERFACT=0.5 |
| Projektion Linienquellen Ein/Aus (1/0) | PROJ_LQ=1 |
| Projektion Flächenquellen Ein/Aus (1/0) | PROJ_FQ=1 |
| Reflexionsordnung (1-20) | REFLORDER=1 |
| maximaler Abstand Quelle-Imm.punkt (m) | REFL_DMAX=3000 |
| dto., interpoliere ab (m) | REFL_DMAXI=3000 |
| Reflektor-Suchradius um Quelle (m) | REFL_RAD_S=3000 |
| Reflektor-Suchradius um Imm.punkt (m) | REFL_RAD_R=3000 |
Diese Konfigurationsparameter für die Referenzeinstellung können unmittelbar im Anzeigefeld geändert werden. Geben Sie dazu andere Zahlenwerte ein als vorgegeben.
Zielgröße
Auswahl der Zielgröße, für die die statistische Auswertung erfolgen soll. Mit „(aktuell)“ wird gegenwärtig eingestellte Zielgröße verwendet.
Testpunkte
DIN 45687, Anhang F, fordert eines Mindestanzahl von 20 Punkten.
verwende vorhandene Immissionspunkte
Falls vorhandene Immissionspunkte verwendet werden sollen, müssen diese in der ID den Textstring „QSI“ aufweisen, um bei der Berechnung berücksichtigt zu werden.
generiere neue Immissionspunkte
Bei aktivierter Option „generiere neue Immissionspunkte“ stehen folgende Optionen zur Verfügung:
- Rasterpunkte: Bei Klick auf die Schaltfläche „Neuberechnung“ wird die eingegebene Rasterpunktanzahl an zufälligen Orten erzeugt. Falls ein Rechengebiet definiert ist, werden die Punkte innerhalb des Rechengebiets verteilt, ansonsten über den gesamten Umgriff.
- Fassadenpunkte: Mit „Neuberechnung“ wird die eingegebene Anzahl Fassadenpunkte (als Immissionspunkte) zufällig erzeugt (im Abstand, der im Dialog Gebäudelärmkarte definiert wurde). Die Erzeugung von Fassadenpunkten erfordert, dass eine ausreichende Anzahl Häuser (oder alle Häuser im Projekt) mit dem Hausbeurteilungssymbol versehen sind. Fassadenpunkte (als QSI-Immissionspunkte) werden nur für Häuser mit Hausbeurteilungssymbol erzeugt.
- Punkte auf Isolinien: Hier ist die Vorgehensweise abweichend zu den beiden letzten Optionen. Ändern Sie zunächst die Berechnungskonfiguration entsprechend der gewünschten Projekteinstellung und berechnen Sie anschließend das Raster neu (Menü Raster). Wählen Sie im Dialog QSI-Statistische Auswertung die Option „Punkte auf Isolinien“ und ändern Sie ggf. die Referenzeinstellung ab. Mit „Neuberechnung“ wird die eingegebene Anzahl Punkte zufällig auf der Isolinie mit dem eingegebenen Pegelwert verteilt. Voraussetzung ist, dass ein Raster vorhanden ist. Dessen Darstellungsart ist nicht relevant.
Neuberechnung der Testpunkte
Über diese Optionen kann gesteuert werden, ob sowohl die Referenz-, als auch die Projekteinstellung von einer Neuberechnung betroffen sein sollen. Die Projekteinstellung (Berechnungskonfiguration) kann für die Optionen „Rasterpunkte“ und „Fassadenpunkte“ über das Dateiauswahl-Symbol unmittelbar verändert werden.
Ergebnisse
In diesem Dialog werden die Ergebnisse der statistischen Auswertung angezeigt. Dazu gehören:
| Ergebnis-Parameter | Abkürzung |
| 0,1-Quantil | q0.1 |
| 0,9-Quantil | q0.9 |
| Standardabweichung der Pegeldifferenzen | sigma |
| Mittelwert der Pegeldifferenzen | mean |
| minimale Pegeldifferenz | min |
| maximale Pegeldifferenz | max |
Einzelwerte
Die Tabelle enthält die Koordinaten der Immissionspunkte, sowie die Pegelwerte für Referenz- und Projekteinstellung, und die Pegeldifferenzen.
Word-Export
Bei Klick auf die Schaltfläche „--> Word“ werden die Berechnungseinstellungen, die Ergebnisse der statistischen Auswertung und die Einzelwerte nach MS-Word exportiert. Die dazu verwendete Musterdatei QSI_TMPL.RTF (im CadnaA-Installationsverzeichnis) kann vom Nutzer editiert werden.
Im Abschnitt „Berechnungseinstellungen“ werden nur die Parameter angezeigt, für die unterschiedliche Werte für die Referenz- bzw. die Projekteinstellung gewählt wurden. Dies gestattet, nach Abschluss einer QSI-Berechnung zu überprüfen, ob die beabsichtigten Einstellungen für die Referenz- und die Projekteinstellung richtig vorgenommen wurden.
Beispiel
Es soll der Einfluss der Projektion von Linienquellen auf den Immissionspegel statistisch in einem Projekt mit Straßen und Häusern untersucht werden. Die Immissionspunkte für die QSI-Auswertung werden von CadnaA erzeugt. In der Referenzeinstellung soll im Vergleich zur Projekteinstellung die Projektion bei Linien- und Flächenquellen deaktiviert sein und ein maximaler Fehler von 1 dB verwendet werden.
Öffnen Sie den QSI-Dialog und wählen Sie in der Variantenzuordnung für Referenzeinstellung „(default)“ und für Projekteinstellung V01. Um die Default-Referenzeinstellung anzusehen, klicken Sie unter Referenzeinstellung auf „benutzerdefiniert“. Nach Klick auf „übernehme Default“ werden die Parameter der voreingestellten Referenzeinstellung angezeigt.
Um die Projekteinstellung zu prüfen und zu ändern, klicken Sie auf das Dateiauswahl-Symbol im Dialogbereich „Neuberechnung der Testpunkte“. Stellen Sie sicher, dass auf der Registerkarte „Aufteilung“ die Projektion von Linien- und Flächenquellen deaktiviert ist und geben Sie auf der Registerkarte „Allgemein“ ein maximalen Fehler von 1 dB ein.
Starten Sie anschließend die Berechnung mit der Option „Testpunkte, generiere neue Immissionspunkte, 20 Rasterpunkte“. Das Ergebnis ist nachfolgend dargestellt.

QSI-Ergebnis nach Neuberechnung
In der exportierten MS-Word-Datei ist ersichtlich, dass die Projekt- und die Referenzeinstellung sich nur bei der Einstellung der Projektion unterscheiden.
