Bodenabsorption
Die Berechnung der Bodenabsorption ist von für die jeweilige Lärmart gewählte Richtlinie abhängig. Bei Anwendung der Norm ISO 9613-2 (1996) (analog ISO 9613-2 (2024)) sind zwei Berechnungsverfahren zur Bodendämpfung zu unterscheiden:
-
Spektrale Methode nach Abschnitt 7.3.1 mit der Bodenabsorption G als Parameter und
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Methode für A-bewertete Pegel nach Abschnitt 7.3.2 ohne Verwendung der Bodenabsorption G.
Im Werkzeugkasten steht das Objekt Bodenabsorption (Symbol:
) zur Verfügung, um Gebiete mit einer bestimmten Bodenabsorption (Bodenfaktor G) bei Verwendung der spektralen Methode nach ISO 9613-2 einzugeben. Folglich sind diese Gebiete nicht relevant bei Anwendung der Methode für A-bewertete Pegel nach ISO 9613-2.
Default-Bodenabsorption
Öffnen Sie die Registerkarte „Bodenabsorption“ im Dialog Konfiguration (Menü Berechnung). Die Default-Bodenabsorption bezieht sich alle Flächen innerhalb des Umgriffs, die nicht durch ein Bodenabsorptionsgebiet belegt sind. Die Default-Bodenabsorption (Bodenfaktor) beträgt G=1 (d.h. „poröser Boden“).

Registerkarte Industrie
Bei gewählter Industrie-Richtlinie ISO 9613 (1996) (analog ISO 9613 (2024)) können im Dialog Konfiguration, Registerkarte „Industrie“, verschiedene Verfahren zur Bodenabdämpfung gewählt werden.

Folgende vier Einstellungen stehen zur Verfügung:
| Auswahl | Verfahren |
| keine | Es wird keine Bodendämpfung Agr berechnet. Allerdings wird die Bodenreflexion DΩ nach Formel (11) berücksichtigt. |
| nicht spektral | Die Bodendämpfung Agr wird bei spektralen und nicht-spektralen Quellen nach ISO 9613-2, Abschnitt 7.3.2, berechnet. |
| spektral, nur spektrale Quellen | Für spektrale Quellen wird das Verfahren nach Abschnitt 7.3.1, in allen anderen Fällen das Verfahren nach Abschnitt 7.3.2 verwendet. |
| spektral, alle Quellen | Für spektrale und für nicht-spektrale Quellen wird das Verfahren nach Abschnitt 7.3.1 verwendet. Für nicht-spektrale Quellen wird die Bodendämpfung für den eingegebenen Oktavwert berechnet. |
| WEA interim (-3 dB) | Es wird sowohl bei A-Pegel-, als auch bei spektraler Berechnung in allen Oktaven bzw. Terzen ein fester Wert für Agr=-3 dB verwendet (entsprechend LAI-Interimsverfahren). |
Standardmäßig ist die Option „spektral, alle Quellen“ eingestellt. Behalten Sie diese Einstellung für die weiteren Berechnungen bei.
Bodenabsorptionsgebiet eingeben
- Wählen Sie das Objekt „Bodenabsorption“ aus dem Werkzeugkasten und geben Sie ein etwa kreisrundes Gebiet bei einem gewählten Maßstab von 1:1000 mit der Maus in der Mitte des Bildschirms ein.
- Wählen Sie zur Glättung der Kontur den Befehl Spline aus dem Kontextmenü des Bodenabsorptionsgebiets.
- Geben Sie links von diesem Gebiet eine Punktquelle mit einem A-Schallleistungspegel von 100 dB(A) ein.
- Ziehen Sie ein Rechengebiet auf, das die Quelle, das Bodenabsorptionsgebiet und den Bereich rechts vom Bodenabsorptionsgebiet einschließt.

Rechengebiet mit Punktquelle und Bodenabsorptionsgebiet
Reflektierendes Bodenabsorptionsgebiet
- Doppelklicken Sie auf den Rand des Bodenabsorptionsgebiets. Standardmäßig ist „harter Boden“ (Bodenfaktor G=0) voreingestellt. Behalten Sie diesen Wert bei und schließen Sie den Dialog.
- Öffnen Sie die Registerkarte „Bodenabsorption“ im Dialog Konfiguration (Menü Berechnung).
Behalten Sie die Default-Bodenabsorption (Bodenfaktor) von G=1 bei („poröser Boden“). Damit ist ein reflektierendes Gebiet innerhalb des absorbierenden Umgriffs angenommen.
- Stellen Sie eine Rasterweite von 1x1 m ein (Menü Raster|Spezifikation) und wählen Sie das Linienraster und aktivieren Sie die Option „Darstellungsbereich“ (Menü Raster|Darstellung).
- Führen Sie jetzt die Rasterberechnung durch (Menü Raster|Raster berechnen).

Raster mit reflektierendem Bodenabsorptionsgebiet
Das Ergebnisraster zeigt, dass die Linien gleichen Schallpegels (Isolinien) innerhalb des Bodenabsorptionsgebiets von der Quelle aus gesehen nach außen gebogen sind. Infolge des reflektierenden Gebiets wird die Schallenergie vom Boden reflektiert und führt zu einer Pegelerhöhung bei gleichem Quellabstand im Vergleich zum absorbierenden Fall.
Absorbierendes Bodenabsorptionsgebiet
- Öffnen Sie erneut die Registerkarte „Bodenabsorption“ und geben Sie eine Default-Bodenabsorption von G=0 ein.
- Doppelklicken Sie auf den Rand des Bodenabsorptionsgebiets und geben Sie für den Bodenfaktor eine Wert von G=1 ein.
- Starten Sie jetzt wieder die Rasterberechnung.
In diesem Fall sind die Isolinien innerhalb des Bodenabsorptionsgebiets zur Quelle hin verschoben, da dort die Schallenergie - im Vergleich zur reflektierenden Situation außerhalb des Gebietes - stärker gemindert wird.

Raster mit absorbierendem Bodenabsorptionsgebiet
Weitere Optionen auf Registerkarte Bodenabsorption
Informationen zu den weiteren Optionen auf der Registerkarte „Bodenabsorption“ siehe CadnaA-Referenzhandbuch, Kapitel Registerkarte Bodenabsorption.