ISO 9613 (1996)

Seitenbeugung
Bei Seitenbeugung stehen drei Optionen zur Verfügung:
- keine Seitenbeugung: Die Schirmrechnung wird nur für den Verbindungsstrahl Quelle-Immissionsort durchgeführt.
- nur ein Objekt: Es wird keine Seitenbeugung berechnet, wenn mehr als ein Objekt von der Linie Quelle-Immissionsort geschnitten wird.
- mehrere Objekte: Es werden die beiden kürzest möglichen konvexen Strahlwege um die Anordnung ermittelt und der Berechnung zugrunde gelegt.
nur bis Abstand
Dieser Wert bestimmt den maximalen Abstand Quelle-Immissionspunkt, bis zu dem die Seitenbeugung berücksichtigt wird. Der Standardwert beträgt 1000 m.
Hinweis
Die Begrenzung des Abschirmmaßes Dz für Einfach- und Mehrfachbeugung nach ISO 9613-2, Abschnitt 7.4, wird in CadnaA nicht auf die beiden Seitenbeugungspfade angewandt, sondern nur auf den Direktstrahl. Ansonsten wäre bei Einfach- oder Mehrfachbeugung das Abschirmmaß auf 20-10 lg (3)=15.2 dB bzw. 25-10 lg (3)=20.2 dB begrenzt (siehe auch Schirmmaß weiter unten).
Seitenbeugung bei mehreren Kanten bzw. Objekten
Ab Version 4.3 berücksichtigt CadnaA bei der Berechnung der Seitenbeugung um Objekte mit mehr als einer Schirmkante oder bei Mehrfachobjekten den Parameter e (Abstand zwischen erster und letzter Beugungskante) in der Berechnung der Größe C3 (Gleichung 15 in ISO 9613-2 9613-1996). In früheren Versionen wurde in diesen Fällen die Seitenbeugung mit C3=1 berechnet.
Hinweis
Die Änderung bezieht sich ausschließlich auf die Berechnung der Seitenbeugung. Für den Direktstrahl wurde und wird der Parameter e bei der Berechnung von C3 immer berücksichtigt.
Mit Hilfe des lokalen Textbausteins OPT_OLD_CALC und dem Text SBEUG_e0_X141=1 kann der vormalige Wert C3=1 eingestellt werden. Ist der Textbaustein nicht vorhanden oder der Wert Null (SBEUG_e0_X141=0) wird die neue Strategie verwendet.

Hinweis
Durch Wahl der Option „keine Seitenbeugung“ (siehe oben) kann leicht überprüft werden, dass sich die Schirmwirkung für den Direktstrahl nicht ändert, unabhängig davon, ob der Textbaustein gesetzt ist oder nicht.
Pegelerhöhung infolge Seitenbeugung
Bei Berechnungen nach ISO 9613-2 kann der Immissionspegel mit Hindernissen (z.B. Gebäuden) und Gelände höher ausfallen, als nur mit Gelände (z.B. bei deaktivierten Gebäuden). Da bei der Geländeabschirmung keine Seitenbeugung berücksichtigt wird, kommt bei Einfügen eines Hindernisses die Seitenbeugung zu dem vorhandenen Pegel hinzu. Dies führt ggf. zu einer unrealistischen Erhöhung des Pegels.
Daher wird in CadnaA, falls die Schirmwirkung mit Hindernis kleiner ist, als ohne (d.h. nur mit Gelände), nur die Schirmwirkung ohne Hindernis berücksichtigt. Diese Vorgehensweise kann mit dem lokalen Textbaustein OPT_OLD_CALC und dem Text VERSION_X=115 deaktiviert werden.

Beispiel
Beispiel
Pfad: Beispiele\Konfiguration\ISO 9613
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jetzige Standardeinstellung bei Seitenbeugung nach ISO: Pegel mit Gebäude kann nicht höher sein, als ohne Gebäude. (kein lokaler Textbaustein OPT_OLD_CALC mit Text VERSION_X=115 vorhanden) Datei „ISO - Seitenbeugung mit Gelände - 1.cna“ |
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vormaliger Einfluss der Seitenbeugung: höherer Pegel mit Gebäude, als ohne Gebäude (mit lokalem Textbaustein OPT_OLD_CALC mit Text VERSION_X=115) Datei „ISO - Seitenbeugung mit Gelände - 2.cna“ |
Abschirmung & Bodendämpfung
Zur Berücksichtigung der Bodendämpfung bei der Abschirmrechnung können nachfolgende Einstellungen aus dem Listenfeld gewählt werden.
ohne Bodendämpfung über Schirm
Für abgeschirmte Schallstrahlen wird kein Bodendämpfungsmaß berücksichtigt. Dies ist die Standardeinstellung in CadnaA.
| Erläuternde Hinweise: ISO 9613-2, Gleichung (12) lautet (für Oberkante): $A_{bar}=D_z-A_{gr}>0dB$ In Verbindung mit Gleichung (4): $A=A_{div}+A_{atm}+A_{gr}+A_{bar}+A_{misc}$ folgt, dass für abgeschirmte Strahlen keine Bodendämpfung Agr berücksichtigt wird: $A=A_{div}+A_{atm}+A_{gr}+(D_z-A_{gr})+A_{misc}=A_{div}+A_{atm}+D_z+A_{misc}$ Diese Einstellung entspricht der Festlegung in ISO 9613-2. |
mit Bodendämpfung über Schirm
Es wird bei Abschirmung für den über das Objekt gebeugten Schallstrahl die Bodendämpfung einbezogen. Dabei geht die mittlere Strahlhöhe zwischen Sender und Empfänger über dem Boden in die Berechnung ein.
| Erläuternde Hinweise: Ist diese Option gewählt, so wird die Gleichung (13) aus ISO 9613-2 verwendet: $A_{bar}=D_z>0dB$ Diese Gleichung gilt analog auch für die beiden seitlichen Beugungspfade. Damit folgt für die Gesamtdämpfung nach Gleichung (4): $A=A_{div}+A_{atm}+A_{gr}+D_z+A_{misc}$ Die Bodendämpfung Agr wird also in diesem Fall auch bei abgeschirmten Strahlen berücksichtigt. |
10 m-Kriterium
Wenn sich die Quelle mehr als 10 m und mindestens eine Schirmkante mehr als 10 m über dem Boden befindet, wird nach ISO 9613-2, Anmerkung 15, die Gleichung 13 zur Berechnung der Schirmdämpfung Abar verwendet (Abar = Dz > 0 dB).
Schirmmaß
Für das Schirmmaß können folgende Einstellungen aus der Auswahlliste gewählt werden:
- Schirmmaß Dz ohne Begrenzung
- Schirmmaß Dz mit Begrenzung (20/25 dB)
- Einfügungsdämpfungsmaß De,o mit Begrenzung
- Schirmmaß Dz mit Begrenzung (20/20 dB)
Hinweis
Diese Begrenzung bezieht sich in jedem Fall nur auf den Direktpfad. Das sich ergebende Schirmmaß für die beiden Seitenbeugungspfade wird in CadnaA nicht begrenzt (siehe auch Seitenbeugung weiter oben).
Dz ohne Begrenzung
Das Schirmmaß Dz nimmt mit zunehmendem Schirmwert z (Umweg) ohne Begrenzung zu (gemäß Formel (14) in ISO 9613-2).
Dz mit Begrenzung 20/25
Nach ISO 9613-2 ist das Schirmmaß Dz unabhängig von der geometrischen Höhe des abschirmenden Objekts auf maximal 20 dB beim Einfachbeugung und auf 25 dB bei Doppel- und Mehrfachbeugung begrenzt. Dies ist die Standardeinstellung.
De,o mit Begrenzung
Die Option „De,o mit Begrenzung“ bezieht sich auf die letzte Fassung der VDI 2714 2714-88 bzw. VDI 2720-1 2720-97. Diese Einstellung ist für Berechnungen nach ISO 9613-2 nicht relevant und wird nur aus Gründen der Abwärtskompatibilität beibehalten (siehe VDI 2714/2720).
Dz mit Begrenzung 20/20
Nach der österreichischen Ausgabe der ISO 9613-2 (siehe ÖNORM ISO 9613-2:2008-01 ÖNORM9613-2008) ist das Schirmmaß Dz auch bei Doppel- und Mehrfachbeugung abweichend zur englischen Fassung auf einen maximalen Wert von 20 dB zu begrenzen.
Negative Bodendämpfung nicht abziehen
Bei aktivierter Option wird bei negativer Bodendämpfung (somit bei reflektierendem Boden) diese bei der Berechnung von Abar ignoriert. Folglich wird in der Gesamtdämpfung A die Bodendämpfung Agr für den abgeschirmten Strahl berücksichtigt. Damit wird bei reflektierendem Boden Gleichung (12) der ISO 9613-2 nicht angewendet, sondern Gleichung (13).
In der Standardeinstellung ist diese Option aktiviert, da dies in ISO 17534-3 (Testaufgaben zu ISO 9613-2) empfohlen wird.
| Erläuternde Hinweise: Die Gleichung (12) in DIN ISO 9613-2 lautet: $A_{bar}=D_z-A_{gr}>0dB$ Bei tiefen Frequenzen und absorbierendem Boden oder generell bei reflektierendem Boden wird Agr negativ. In diesem Fall würde die Schirmwirkung Abar künstlich erhöht, da die Bodendämpfung Agr zum Schirmmaß Dz addiert würde. Daher wird bei aktivierter Option für diesen abgeschirmten Strahl verwendet: $A_{bar}=Dz>0dB$ Bei der Berechnung der Gesamtdämpfung A wird damit Agr berücksichtigt gemäß: $A=A_{div}+A_{atm}+A_{gr}+D_z+A_{misc}$ |
Negative Umwege schirmen nicht ab
Bei aktivierter Option und Abschirmrechnung nach ISO 9613-2 wird keine Abschirmung gerechnet, wenn der Strahl Quelle-Immissionsort oberhalb der Schirmkante verläuft. Standardmäßig ist diese Option deaktiviert.
Der Fall mit mehrfach negativen Umwegen bei mehreren abschirmenden Objekten im Strahlweg ist in ISO 9613-2 nicht geregelt. In CadnaA wird das Abar für jedes Objekt einzeln geprüft und der höchste Wert von Abar verwendet.
| Erläuternde Hinweise: Das Abschirmmaß Dz nach Formel (14) in DIN ISO 9613-2 ergibt auch dann endliche Werte, wenn der Strahl leicht oberhalb der oberen Schirmkante verläuft. Gemäß DIN ISO 9613-2, Abschnitt 7.4, erhält in diesem Fall der Schirmwert z (Umweg) ein negatives Vorzeichen. Mit dieser Vorgehensweise trägt das Berechnungsmodell nach DIN ISO 9613-2 dem beugungs-theoretischen Effekt Rechnung, dass die Schirmwirkung nicht direkt verschwindet, sobald der Strahl gerade oberhalb der Schirmkante verläuft. Ist diese Option aktiviert, so wird Abar bei negativem z zu Null gesetzt. |
Bodendämpfung
In ISO 9613-2 sind zwei Verfahren zur Berechnung der Bodendämpfung Agr genannt:
-
„allgemeines Verfahren“: spektrale Methode nach Abschnitt 7.3.1 mit dem Bodenfaktor G als Parameter,
-
„alternatives Verfahren“: Methode für A-bewertete Pegel nach Abschnitt 7.3.2 ohne Verwendung des Bodenfaktors G.
Da in Projekten die Schallemission von Quellen sowohl in spektraler, als auch in A-bewerteter Form vorliegen kann, bestehen in CadnaA vier Auswahlmöglichkeiten zur Berechnung der Bodendämpfung:
| Bezeichung | Verfahren |
| keine | generell ohne Bodendämpfung Auch in diesem Fall wird die Bodenreflexion nach Gleichung (11), ISO 9613-2, berechnet. |
| nicht spektral | Methode nach Abschnitt 7.3.2 in allen Fällen Bei spektralen Quellen resultiert der gleiche Wert für Agr für alle Oktaven bzw. Terzen. |
| spektral, nur spektrale Quellen | Methode nach Abschnitt 7.3.1 für spektrale Quellen, in allen anderen Fällen die Methode nach Abschnitt 7.3.2. |
| spektral, alle Quellen | Die Methode nach Abschnitt 7.3.1 wird für alle Quellen verwendet, bei A-Pegelquellen der Wert von Agr für die Oktave, in der die eingegebene Frequenz liegt. Bei Berechnung in Terzen weisen alle Terzen innerhalb einer Oktave den gleichen Wert Agr auf. Dies ist die Standardeinstellung in CadnaA, da dies in ISO 9613-2 als „allgemeines Verfahren“ bezeichnet ist. |
| WEA interim (-3 dB) | Es wird sowohl bei A-Pegel-, als auch bei spektraler Berechnung in allen Oktaven bzw. Terzen ein fester Wert für Agr von -3 dB verwendet (entsprechend LAI-Interimsverfahren zur Prognose der Geräuschimmissionen von Windkraftanlagen LAI-2015). Das Richtwirkungsmaß Domega beträgt in jedem Fall 0 dB. Die negative Bodendämpfung wird in der Berechnung von Abar nicht abgezogen, unabhängig davon wie die Option „Negative Bodendämpfung nicht abziehen“ (siehe oben) eingestellt ist. |
nicht-spektrale Bodendämpfung
Im Fall nicht-spektraler Bodendämpfung („Alternatives Verfahren“) wird seit CadnaA Version 4.1 der 3D-Abstand zur Berechnung der mittleren Höhe h_m verwendet (Abstand d in Bild 3, ISO 9613-2 ISO-9613-2-1996). Diese Änderung, die der Normvorgabe streng entspricht (d in Formel (10) bezeichnet den 3D-Abstand, siehe Bild 3), hat für Immissionspunkte oberhalb und unterhalb der Quelle den Nachteil, dass der Quotient h_m/d sehr klein wird und somit Agr=4.8 dB resultiert.
Bis zur CadnaA Version 4.1 wurde der horizontale Abstand (2D-Abstand) verwendet, um diesen Effekt zu verhindern. Dies entsprach aber nicht streng der Normvorgabe (siehe Abbildungen).
Beispiel
Pfad: Beispiele\Konfiguration\ISO 9613
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Vertikale Pegelverteilung, Agr aus 3D-Abstand, ohne Textbaustein oder mit Textbaustein OPT_OLD_CALC mit Text ISO_HM_X137=0 (Datei ISO - alt. Verf. - Agr aus 3D-Abstand.cna) |
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Vertikale Pegelverteilung, Agr aus 2D-Abstand mit Textbaustein OPT_OLD_CALC mit Text ISO_HM_X137=1 (Datei ISO - alt. Verf. - Agr aus 2D-Abstand.cna) |
Zu dem vormals verwendeten Verfahren kann mit dem lokalen Textbaustein OPT_OLD_CALC und dem Text ISO_HM_X137=1 umgeschaltet werden.
Mittlere Höhe bei nicht-spektraler Bodendämpfung
Zur Bestimmung der mittleren Höhe h_m im Berechnungsverfahren mit nicht-spektraler Bodendämpfung („alternatives Verfahren“ nach Kapitel 7.3.2 der ISO 9613-2 ISO-9613-2-1996) geht CadnaA wie folgt vor:
- Die Verbindungslinie Quelle-Empfänger (Strahlweg) wird nicht durch Hindernisse oder Gelände blockiert: In diesem Fall wertet CadnaA die Fläche unter dem Strahl und den 3D-Abstand Quelle-Empfänger aus (wie in Bild 3, DIN ISO 9613-2, dargestellt). Das interne Berechnungsverfahren bewertet die Abstände und die Höhen Schritt-für-Schritt für jeden Punkt des Geländes oder des/der Hindernisse/s im Strahlweg aus.
- Die Verbindungslinie Quelle-Empfänger wird durch Hindernisse oder Gelände blockiert: Dieser Fall wird in DIN ISO 9613-2 nicht explizit behandelt. Da CadnaA zur Berechnung der Schirmwirkung von mehreren Objekten die sog. „Gummiband-Methode“ verwendet, wird hier eine analoge Regel angewandt: Die Differenz aus der Fläche unter dem gebeugten Strahl und der Fläche der Hindernisse oder Gelände ergibt die Fläche F, und damit in Verbindung mit dem 3D-Abstand die mittlere Höhe h_m.
Der letztere Fall wird durch ein einfaches Beispiel veranschaulicht: Betrachtet wird ein Hügel mit symmetrischem Dreiecksquerschnitt in der Verbindungslinie Quelle-Empfänger. Die für die mittlere Höhe h_m relevanten Fläche ist die Differenz der Fläche unter der roten Linie (gebeugter Strahlweg) minus der grün schraffierten Fläche (Hügel-Querschnittsfläche).

spektrale Bodendämpfung
Im Fall spektraler Bodendämpfung („Allgemeines Verfahren“ nach DIN ISO 9613-2) wird die globale Bodenabsorption für die nicht mit dem Objekt "Bodenabsorption" (siehe Bodenabsorption) belegten Bereiche auf der Registerkarte „Bodenabsorption“ eingegeben (siehe Registerkarte Bodenabsorption). Der Standardwert beträgt G=1 (poröser Boden).
Im Gegensatz zum „alternativen Verfahren“ wird bei der Berechnung der Bodendämpfung im „allgemeinen Verfahren“ auf den 2D-Abstand abgestellt (dp).
Berechnung in Terzen
Bei aktivierter Option erfolgt die Berechnung in Terzbandbreite. Dies erfordert, dass die Emissionsangaben in Terzbandbreite vorliegen.
Dazu können in den Bibliotheken Schallpegelspektren (siehe Schallpegelspektren), Schalldämmungsspektren (siehe Schalldämm-Maß-Spektren) und Absorptionsspektren (siehe Absorptiongrad-Spektren) in Terzbandbreite eingegeben oder importiert werden (siehe Datenbank-Import (ODBC und XLSX) und siehe ASCII-Spektren).
Umwandlung von Spektren
Falls in Punkt-, Linien- oder Flächenquellen Spektren in Oktavbandbreite zugewiesen wurden, werden diese im Zuge einer Berechnung automatisch in Terzbandbreite konvertiert. Auch im umgekehrten Fall (Berechnung in Oktaven, Emissionsspektren in Terzen) erfolgt eine automatische Konvertierung. Dabei werden nachfolgende Konvertierungsregeln verwendet:
| Konvertierung von ... | Konvertierungsregel |
| Oktaven nach Terzen | Jeder Terzwert innerhalb einer Oktave ist bestimmt durch: LTerz=LOkt - 10lg3 (Methode: „Flach (energetisch korrigiert)“, siehe Spektren,Spektren konvertieren) |
| Terzen nach Oktaven | energetische Summe der Terzwerte innerhalb jeder Oktave (Methode „Summe energetisch“, siehe Spektren,Spektren konvertieren) |
| A-bew. Summenpegeln nach Oktaven oder Terzen | Der eingegebene Wert wird je Oktave bzw. je Terz angesetzt. Bei Oktaven liegt der Summenpegel „Res. LWA“ um 10lg9=9.5 dB höher, bei Terzen um 10lg27=14.3 dB. |
Hinweis
Hingegen kann bei der Eingabe von Spektren in die Bibliotheken individuell festgelegt werden wie die Konversion erfolgen soll (siehe Spektren). Legen Sie dazu in der jeweiligen Bibliothek vom vorliegenden Terz- bzw. Oktavspektrum eine Kopie an und konvertieren Sie danach die Kopie.
Hindernisse in FQ schirmen diese nicht ab
Bei aktivierter Option wirken Hindernisse (wie z.B. Häuser, Bewuchs, Schirme), die sich innerhalb von Flächenquellen (einschließlich der Quellen „Parkplatz“ und „BPlan-Flächenquelle“) befinden, nicht abschirmend auf die Teilquellen dieser Flächenquelle.
Beispiel

Flächenquelle mit 2 Häusern innerhalb, Option aktiviert: Quellen mit freier Abstrahlung (Strahldarstellung aktiviert)
Bei aktiver Option erhält man am Immissionsort Pegel, als ob die Hindernisse nicht vorhanden wären (keine Abschirmung).

Flächenquelle mit 2 Häusern innerhalb, Option deaktiviert: Teilquellen hinter Häusern werden abgeschirmt, Teilquellen vor den Häusern mit freier Abstrahlung (geschirmte Strahlen in ROT)
Bei deaktivierter Option erhält man am Immissionsort infolge der Abschirmung rückwärtiger Teilquellen niedrigere Pegel. Für andere Quellen (d.h. Quellen außerhalb der Umfangslinie der Flächenquelle) wirken diese Hindernisse unabhängig von dieser Einstellung immer abschirmend.
Die Entscheidung, ob ein Hindernis innerhalb einer Flächenquelle liegt, basiert auf der Lage des ersten Polygonpunktes des Hindernisses.
Hindernisse in Flächenquellen reflektieren diese nicht
Bei aktivierter Option wirken reflektierende Objekte (wie z.B. Häuser oder Schirme), die sich innerhalb von Flächenquellen (einschließlich der Quellen „Parkplatz“ und „BPlan-Flächenquelle“) befinden, nicht reflektierend auf die Teilquellen dieser Flächenquelle. In diesem Fall ergeben sich die gleichen Immissionspegel, als ob die Objekte innerhalb der Flächenquelle (als Reflektor ) nicht vorhanden wären.
Bei deaktivierter Option erhält man am Immissionsort infolge der Reflexion vorne liegender Teilquellen höhere Pegel. Für andere Quellen (d.h. Quellen außerhalb der Umfangslinie der Flächenquelle) wirken die Objekte unabhängig von dieser Einstellung immer reflektierend.
Die Entscheidung, ob ein Objekt innerhalb einer Flächenquelle liegt, basiert auf der Lage des ersten Polygonpunktes.
Quellen in Haus oder Zylindern nicht abschirmen
Quellen, die sich innerhalb eines Gebäudes oder Zylinders befinden, werden standardmäßig von diesem abgeschirmt, da die seitlichen Wände als Schirme wirken.
Hinweis
In diesem Fall erscheint vor der Berechnung eine Meldung (Dialog Konsistenzprüfung), die Sie mit „Weiter“ fortsetzen können.
Diese Vorgehensweise ist dadurch bedingt, dass Häuser und Zylinder im Zuge der Ausbreitungsrechnung als „oben offen“ behandelt werden (obwohl in der 3D-Spezialansicht als geschlossen dargestellt).
Befindet sich eine Quelle bei aktivierter Option innerhalb eines Gebäudes/Zylinders, strahlt diese in alle Richtungen so ab, als ob dieses nicht vorhanden wäre. Für außerhalb liegende Quellen wirken diese hingegen immer abschirmend und ggf. reflektierend. Dadurch kann z.B. ein schallabstrahlender Schornstein durch einen Zylinder mit innen liegenden Punkt- und/oder Linienquelle modelliert werden. Bei Zuordnung einer Richtwirkung wird die eingegebene oder ausgewählte Kaminrichtwirkung nicht durch die zusätzliche Abschirmung an der Zylinderkante verfälscht.
Beispiel
siehe Handbuch „Einführung in CadnaA“, Schallabstrahlung von Schornsteinen und Kaminen
Quellen in bebauten Gebieten nicht dämpfen
Bei aktivierter Option wird bei der Berechnung von Schallquellen, die sich innerhalb von bebauten Gebieten (siehe Bebauung und Bewuchs) befinden, keine Bebauungsdämpfung berücksichtigt. In diesem Fall ergeben sich die gleichen Immissionspegel, als ob das Objekt „Bebautes Gebiet“ nicht vorhanden wäre.
Schirmberechnung-koeffizient
Die Schirmberechnungskoeffizienten C1, C2 und C3 nach ISO 9613-2 können editiert werden. Diese Option gestattet die Anpassung der Abschirmformel an spezielle Anwendungsfälle (siehe ISO-9613-2-1996, Abschnitt 7.4).
Hinweis
In ISO 9613-2 ist der Koeffizienten C1 nicht ausdrücklich bezeichnet. Der konstante erste Summand („3“) in Formel (14) entspricht C1.
Die standardmäßigen Werte sind: C1 = 3 dB; C2 = 20 dB; C3 = 0 dB.
Bei Eingabe von C3 = 0 dB wird der Wert C3 nach den Fallunterscheidungen in ISO 9613-2, Formeln (15), (16) und (17) für Einfach- und Doppelschirme berücksichtigt.
Zusätzliche Informationen
Berechnungen in Oktave 31.5 Hz
Berechnungen nach ISO-9613-2 decken standardmäßig nur den Frequenzbereich für Oktaven 63 bis 8000 Hz ab. Ausgehend von Nutzeranforderungen steht in CadnaA zusätzlich das Oktavband bei 31,5 Hz zur Verfügung.
Für Berechnungen im Oktavband 31,5 Hz gelten die folgenden Regeln:
- Luftabsorption Aatm: Die Norm ISO 9613-1 ISO-9613-1 enthält Gleichungen zur Berechnung der Luftabsorption bei 31,5 Hz. Diese werden verwendet.
- frequenzabhängige Bodendämpfung Aground: Es werden die gleichen Gleichungen wie für die Oktave bei 63 Hz verwendet.
- Abschirmmaß (Dz): Dieselbe Gleichung (14) wie bei allen anderen Oktavbändern wird verwendet, jedoch mit der Wellenlänge bei 31.5 Hz.
- Reflexionsbedingung: Dieselbe Gleichung (19) wie bei allen anderen Oktavbändern wird verwendet, allerdings mit der Wellenlänge bei 31.5 Hz.
- Objekte „Bewuchs“ und „Bebauung“ (siehe Bebauung und Bewuchs): Es werden dieselben Gleichungen wie für die Oktave bei 63 Hz verwendet.



