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ISO 9613 (1996) und ISO 9613 (2024)

Temperatur / relative Feuchte

Die Luftdämpfung wird auf Basis der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit nach ISO 9613-1 berechnet. Dabei werden Zwischenwerte der Frequenz linear interpoliert. Die eingegebene Temperatur wird zudem bei der Kaminrichtwirkung als Umgebungstemperatur verwendet.

Hinweis

Bezüglich der Berechnung der Luftabsorption im Oktavband 31.5 Hz siehe Zusätzliche Informationen am Ende des Kapitels ISO 9613 (1996).

Zur Berechnung der Luftdämpfung werden in CadnaA die Formeln (3), (4) und (5) aus Abschnitt 6.2 in ISO 9613-1 ISO-9613-1 verwendet. Das gilt auch für eingegebene Zwischenwerte und für Eingaben außerhalb des Wertebereichs der Listenfelder.

Die o.g. Formeln gelten zunächst nur für die Luftdämpfung reiner Töne. Abschnitt 7 von ISO 9613-1 enthält Angaben über die Genauigkeit der Dämpfungskoeffizienten für bestimmte Wertebereiche der Eingangsdaten (für Genauigkeiten +/- 10%, +/- 20%, +/- 50%). Abschnitt 8 von ISO 9613-1 enthält Angaben über die Genauigkeit bei der Übertragung der Luftdämpfung für reine Töne auf band-bezogene Berechnungen (für Terzen oder Oktaven). Beachten Sie ggf. diese Angaben bei Verlassen des Wertebereichs der tabellierten Dämpfungskoeffizienten aus ISO 9613-1:

  • Frequenz von 50 Hz bis 10 kHz,
  • Temperatur von -20 °C bis +50 °C,
  • relative Feuchte von 10% bis 100%, und
  • Luftdruck 101,325 kPa (eine Atmosphäre).

Luftdämpfung individuell definieren

Bei Berechnungen nach ISO 9613-2 kann die zu berücksichtigende Luftdämpfung vom Anwender als Spektrum angegeben werden. Legen Sie dazu in der lokalen Absorptionsbibliothek ein Spektrum mit dem ID "SYS_ATM_ABSORB" an. Die Werte sind in dB/km anzugeben. Für fehlende Oktavwerte wird 0 dB/km angenommen.

Windgeschwindigkeit für Kaminrichtwirkung (m/s)

Hier eingegebene Werte werden bei der Berechnung der Kaminrichtwirkung berücksichtigt (siehe Richtwirkung von Kaminmündungen).

Meteorologie

Es stehen folgende Optionen zur Verfügung:

keine

Es erfolgt keine meteorologische Korrektur. Der äquivalente Dauerschallpegel wird nach Gleichung (3) berechnet und gilt für die in ISO 9613-2, Abschnitt 5, beschriebenen Ausbreitungsbedingungen (Mitwind).

Cmet, C0 konstant

Diese Option berechnet den A-bewerteten Langzeit-Mittelungspegel nach ISO 9613-2. Nach Eingabe des Wertes C0 für die Zeitbereiche Tag/Abend/Nacht wird die meteorologische Korrektur Cmet nach ISO 9613-2 (2024), Gleichungen (31) bzw. (32) (bzw. gleichlautend ISO 9613-2 (1996) Gleichung (21) und (22)), berechnet.

Der Faktor C0 kann auf Basis einer örtlichen Wetterstatistik geschätzt oder von den örtlichen Behörden festgelegt werden.

Cmet, C0 aus Windstatistik

Bei Auswahl dieser Option stehen im nachfolgenden Dialog Windstatistik zwei Verfahren zur Berechnung von C0 zur Verfügung:

  • Methode LfU Bayern: Der Ansatz des LfU-Bayern (Bayerisches Landesamt für Umweltschutz) zur Berechnung der Größe C0 lautet:

\(C_0=-10\lg(\frac{T_m}{100}10^{-\frac{K_m}{10}}+\frac{T_q}{100}10^{-\frac{K_q}{10}}+\frac{T_g}{100}10^{-\frac{K_g}{10}})\)

mit

  • Tm: Anteil der Mitwindwetterlagen und Windstille (Inversionen) im Jahresmittel in %
  • Km: Pegelabweichung zur Mitwindwetterlage in dB
  • Tq: Anteil der Querwindwetterlagen im Jahresmittel in %
  • Kq: Pegelabweichung der Querwindwetterlagen zur Mitwindwetterlage in dB
  • Tg: Anteil der Gegenwindwetterlagen im Jahresmittel in %
  • Kg: Pegelabweichung der Gegenwindwetterlagen zur Mitwindwetterlage in dB

Die Anteile T für Mitwind, Querwind und Gegenwind ergeben sich aus den Windrichtungshäufigkeiten in folgenden Sektoren:

  • für Mitwind: +/-45° in Ausbreitungsrichtung und Windstille,
  • für Querwind: 45°-135° und 225°-315° zur Ausbreitungsrichtung,
  • für Gegenwind: +/-45° gegen Ausbreitungsrichtung.

Nordrichtung

Mit dieser Option kann eine abweichende Nord-Richtung definiert werden. Es stehen folgende Optionen zur Auswahl:

  • Von erstem Nordpfeil-Symbol (default): Wenn kein (gedrehter) Nordpfeil im Modell eingegeben wurde, wird die Nordrichtung nach oben definiert.
  • Winkel: Eingabe der Nord-Richtung in Grad im Gegenuhrzeigersinn.

Beispiel für Methode LfU Bayern

siehe Korrektur bei bekannter Windrichtungsverteilung im Handbuch „Einführung in CadnaA“.

Der Ansatz des Landesumweltamtes Nordrhein-Westfalen zur Berechnung der Größe C0 lautet:

\(\Delta L_z(\epsilon)=5-5*\cos(\epsilon-45°\sin(\eta))\)

mit \(\epsilon\): Windrichtung gegenüber Mitwind

sowie \(c=h(\delta)*10\lg10^{0.1*\Delta L(\epsilon)}\)

mit der Häufigkeit \(h(\delta)\) im Winkelsektor \(\alpha1\) bis \(\alpha2\):

\(h(\delta)=h(\alpha1)+[h(\alpha2)-h(\alpha1)]*\frac{\delta-\alpha1}{\alpha2-\alpha1}\)

mit \(\delta\): Winkel 0-360 Grad

Durch Summation ergibt sich der Wert von \(C_0\) gemäß:

\(C_0=10\lg(\frac{\sum c}{100})\) in dB

Dies bedeutet zum Beispiel, dass in großer Entfernung im langjährigen energetischen Mittel bei Querwind eine Dämpfung von 1,5 dB und bei Gegenwind eine solche von 10 dB angesetzt wird. Die Häufigkeit der Windstille wird dabei gleichermaßen auf die einzelnen 12 Windsektoren verteilt. Die Werte von C0 liegen an den vom LUA NRW untersuchten Standorten zwischen 1 dB und 3,9 dB.

VBUI

Nur für D relevant!

Nach der „Vorläufigen Berechnungsmethode für den Umgebungslärm durch Industrie und Gewerbe (VBUI)“ VBUSch-2006 sind folgende Werte für C0 bei die Berechnung von Cmet zu verwenden:

C0,Day = 2 dB; C0,Evening = 1 dB; C0,Night = 0 dB

ISO 9613-2 (2024) Annex C

In Anhang C (informativ) der ISO 9613-2 (2024) wird die meteorologische Korrektur aufgrund der Abhängigkeit von C0 von der Windrichtungsverteilung beschrieben. Diese Methode ist in CadnaA nicht verfügbar.