Schirme mit spezieller Oberkante
Schirme mit spezieller Oberkante können abhängig von der gewählten Norm mit CadnaA konstruiert und berechnet werden. Wählen Sie dazu im Dialog Schirm im Listenfeld „Schirmoberkante“ die gewünschte Option aus.

Option „Schirmoberkante“
Folgende Auswahloptionen stehen zur Verfügung:
- normal: modelliert einen senkrecht stehender Schirm ohne spezielle Schirmkante
- Auskragung nach links/rechts: Hierbei bezeichnet "nach links" bzw. "nach rechts" die Seite der Auskragung bei Betrachtung vom Anfangs- zum Endpunkt des Schirms. Geben Sie die horizontale und vertikale Ausdehnung der Auskragung (in m) an (Cantilever). Die Position der Auskragung wird in der Grafik als gestrichelte Linie dargestellt.
Hinweis
An der auskragenden Fläche erfolgt keine Reflexionsberechnung, da die Auskragung als voll absorbierend angenommen wird. Bei einem Einzelschirm sind die berechneten Pegel bei Quellen unterhalb und außerhalb der Auskragung für den gesamten Bereich gültig.
- T-förmig (nur verfügbar in Option MITHRA oder NMPB08): Geben Sie die Abmessung (in m) des T-Stücks senkrecht zur Flächennormalen an (zulässiger Wertebereich 0.85 bis 1.50 m).
- Zylindrisch (nur verfügbar in Option MITHRA oder NMPB08): Geben Sie den Durchmesser (in m) des Zylinders an (zulässiger Wertebereich 0.60 bis 1.00 m).
Hinweis
In CadnaA werden die Mithra-Schirmoberkanten berücksichtigt:- bei NMBP 08 (Industrie, Straße, Schiene) unabhängig davon, ob die Option „Mithra“ (siehe Registerkarte Allgemein) an oder aus ist, - wenn die Option „Mithra“ an ist (und damit auch Angle Scanning, siehe Registerkarte Allgemein): bei jeder Norm.
- Dachkante (3D): Bei Schirmen innerhalb von Gebäudegrundrissen wird, falls diese Option gewählt ist, unter Verwendung der für den Schirm eingegebenen Höhe, das Hauspolygon unter Einbeziehung des innenliegenden Schirms (oder Schirme) durch Triangulation erzeugt. Hierbei wirkt nur der den Dachfirst bildenden Schirm abschirmend, nicht jedoch die triangulierten Dachkanten (siehe Dachfirst eingeben).
- Runde Auskragung nach links/rechts (für 3D): Die Angaben „nach links“ bzw. „nach rechts“ bezeichnen - analog zur Option „Auskragung“ - die Krümmungsrichtung bei Betrachtung vom Anfangs- zum Endpunkt des Schirms. Die Berechnung erfolgt analog zum ausgekragtem Schirm, nur wird in der 3D-Spezial-Ansicht eine zylindrisch gekrümmte Auskragung mit dem eingegebenen Krümmungsdurchmesser (in m) angezeigt. Die Kante der Auskragung wird in der Grafik als gestrichelte Linie dargestellt. Es gelten dieselben Einschränkungen wie für einen Schirm mit ebener Auskragung.
Schaltfläche „Geometrie“
Über die Schaltfläche „Geometrie“ wird die Schirmhöhe eingegeben (siehe Geometriedaten für Objekte).
Zusätzliche Informationen
Schirmoberkante „Normal“
Die Schirmoberkante mit der Eigenschaft „(normal)“ ist bei allen Berechnungsverfahren anwendbar. Das den Schirm beschreibende Polygon wird in der Berechnung als Beugungskante berücksichtigt. Es wird die Abschirmrechnung nach dem gewählten Berechnungsverfahren angewandt.
Schirmoberkante mit Auskragung
Die Anwendbarkeit einer Schirmoberkante mit der Eigenschaft „Auskragung nach links/rechts“ hängt vom gewählten Berechnungsverfahren ab. Folgende Kapitel enthalten diesbezügliche Informationen:
- Industrie: Registerkarte Industrie
- Straße: Registerkarte Straße
- Schiene: Registerkarte Schiene
Hinweise zur Eingabe
Geben Sie einen Wert für die horizontale und vertikale Auskragung ein. Die Schirmhöhe im Dialog Geometrie ist wie bei einem geraden Schirm die Höhe der abschirmenden Objektoberkante.
Mit Auswahl „links“ oder „rechts“ zeigt die Auskragung, ausgehend vom ersten eingegebenen Schirm-Polygonpunkt, in die entsprechende Richtung. Die Auskragung wird als unterbrochene Linie ebenfalls in der Grafik dargestellt.
Wenn die Schirmhöhe mit 6 m im Dialog Geometrie angegeben ist und die Auskragung horizontal und vertikal je 1 m entspricht, ergibt sich die im nachfolgenden Bild dargestellte Schirmkonstruktion.

Schirm mit Auskragung in der 3D-Ansicht „Allgemein Parallel“

Schirm mit Auskragung in der 3D Spezialansicht
Schirmoberkante T-förmig
Die Schirmoberkante mit der Eigenschaft „T-förmig“ gilt für alle Berechnungsverfahren mit "Mithra-Kompatibilität" aktiviert. Nach Eingabe einer Abmessung, deren Wert im Bereich von 0,85 bis 1,5 m liegen soll, wird ein T-förmiger Abschluss gebildet, bei dem ein Streifen mit dieser Gesamtbreite mittig auf der eingegebenen Polygon-Oberkante aufliegt (auch in 3D-Spezial dargestellt).
Schirmoberkante Zylindrisch
Die Schirmoberkante mit der Eigenschaft „Zylindrisch“ gilt für alle Berechnungsverfahren mit "Mithra-Kompatibilität" aktiviert. Nach Eingabe eines Durchmessers, der einen Wert im Bereich von 0,60 bis 1,00 m aufweisen soll, wird ein zylindrischer Abschluss mit der eingegebenen Polygon-Oberkante als obere Mantellinie gebildet (auch in 3D-Spezial dargestellt).
Schirmoberkante Typ“Dachkante (3D)“
Die Triangulation der Dachfläche innerhalb von Hausgrundrissen erfolgt nur bei Schirmen mit der Option „Dachkante (3D)“. Damit können realen Dachlandschaften auch für die 3D-Spezial-Ansicht modelliert werden, die gleichzeitig eine Schirmwirkung haben (siehe Dachfirst eingeben).
Die Modellierung eines Dachfirstes mit dieser Option erzeugt allerdings keine bis zum First hochgezogene Gebäudegiebel. Um Hausgiebel bis auf Firsthöhe zu erzeugen, ist die Eingabe zusätzlicher Haus-Polygonpunkte an den Schnittpunkten zwischen First und Außenwänden erforderlich. Verwenden Sie in diesem Fall die Option „Höhe an jedem Punkt“ im Dialog Geometrie des Hauses, um die lokalen Höhen festzulegen (siehe Dachfirst eingeben).
Anwendungshinweise zur Auskragung
Hinsichtlich der Anwendung von Schirmen mit Auskragung sind zu unterscheiden:
- Quelle unterhalb der Auskragung,
- Quelle außerhalb der Auskragung.
Quelle unterhalb der Auskragung
Zur richtigen Berechnung dieser Situationen, muss der kürzeste Strahlweg von der Quelle um die Kante der Auskragung zum Immissionsort ermittelt werden. Das gewählte Verfahren findet bei einem Einzelschirm im gesamten Bereich den kürzesten Umweg. Abhängig von der Lage des Immissionsortes sind ein oder zwei Schirmkanten zu berücksichtigen. Wie schon erwähnt, wird die schräge Fläche der Auskragung hierbei als vollabsorbierend angenommen. Damit können auskragende Vordächer und Galerien an Straßen, deren Unterseiten absorbierend ausgebildet sind, vollständig modelliert werden.

Vertikales Raster: Punktquelle direkt unterhalb der Schirmkante der Auskragung

Vertikales Raster: Punktquelle unterhalb der Auskragung (Dz ohne Begrenzung)
Quelle außerhalb der Auskragung
Es wird das gleiche Verfahren wie bei Quellen unterhalb der Auskragung verwendet. Die Pegel sind bei einem Einzelschirm für den gesamten Bereich gültig.

Vertikales Raster: Punktquelle außerhalb der Auskragung