Schirme mit Höhenstaffelung
In den Berechnungsnormen zur Schallausbreitung im Freien sind Schirme mit Bereichen unterschiedlicher Absorption über der Schirmhöhe nicht vorgesehen. Schirme (und andere Hindernisobjekte) weisen immer einen einheitlichen Reflexionsverlust bzw. Absorptionsgrad je Schirmseite auf.
Aufgrund der praktischen Relevanz derartiger Bauformen wird nachfolgend die empfohlene Vorgehensweise in CadnaA beschrieben. Der Schirme mit Höhenstaffelung wird dazu durch zwei Schirme modelliert, deren Fußpunktlinien nebeneinander liegen (z.B. im Abstand von 0,10 m).
Dazu wird der Schirm mit höherem Absorptionsgrad (größerer Reflexionsverlust) auf der quell-abgewandten, der Schirm mit kleinerem Absorptionsgrad (kleinerer Reflexionsverlust) auf der quell-zugewandten Seite platziert.
Beispiele
Beispiel 1: Schirm mit absorbierendem Sockel und reflektierendem Schirmoberteil (modelliert aus zwei Schirmen, vertikaler Schnitt):
Beispiel
Pfad: Beispiele\Hindernisse\Schirm mit Höhenstaffelung\Beispiel 1 - absorb Sockel - reflekt Oberteil.cna

Hinweis
In der 3D-Spezialansicht werden die Strahlen als Linienquellen (ohne Emission) dargestellt (umgewandelte Hilfspolygone).
Beispiel
Pfad: Beispiele\Hindernisse\Schirm mit Höhenstaffelung\Beispiel 2 - reflekt Sockel - absorb Oberteil.cna
Beispiel 2: Schirm mit reflektierendem Sockel und absorbierendem Schirmoberteil (modelliert aus zwei Schirmen, vertikaler Schnitt):

Hinweis
In analoger Weise können Schirmwände modelliert werden, die aus horizontalen Bändern mit unterschiedlicher Absorption bestehen.
Einschränkungen
Bei der Konstruktion der reflektierten Strahlwege werden, in Abhängigkeit von der Quellhöhe und den reflektierenden Hindernisse entweder der absorbierende, oder der reflektierende Bereich des gestaffelten Schirms getroffen. Folglich tritt in einer bestimmten geometrischen Situation nicht in jedem Fall und für jeden Immissionsort eine Pegel erhöhende Wirkung tatsächlich ein.

In diesem Beispiel (vertikaler Schnitt) befinden sich zwei Immissionspunkte an einer Fassade, wobei Reflexionen 1. Ordnung von einem Schirm mit Höhenstaffelung ausgehen. Der Pegel am oberer IP wird durch den Reflexionsverlust des hinteren, absorbierenden Schirms, der Pegel am unteren IP wird durch den Reflexionsverlust des vorderen, reflektierenden Schirms mitbestimmt.