Schall 03 (1990)

Dialog Schiene (für Schall03)
Emissionspegel
Der Emissionspegel Lm,E in dB(A) nach Schall 03 (1990) ist der Mittelungspegel in 25 m Abstand und 3,5 m Höhe über der Schienenoberkante von der Achse des betrachteten Gleises bei freier Schallausbreitung S03-1990. Er berechnet sich nach (summiert über alle relevanten Zugklassen i):
\(L_{m,E} = 10\lg[\sum_{i} 10^{0.1*(51+D_{Fz}+D_D+D_l+D_v+D_{Ae})}]+D_{Fb}+D_{Br}+D_{Bü}+D_{Ra}\)
mit
- DFz: Korrektur für Fahrzeugart
- DD: Korrektur für Bremsbauart
- Dl: Korrektur für Zuglänge
- Dv: Korrektur für Zuggeschwindigkeit
- DAe: Korrektur für aerodynamische Einflüsse
- DFb: Fahrbahnkorrektur
- DBr: Korrektur für Brücken
- DBü: Korrektur für Bahnübergänge
- DRa: Korrektur für Gleisbögen (Kurven)
Der Grundwert von 51 dB(A) ist der Mittelungspegel, in 25 m Abstand und 3.5 m über OK Schiene, für einen Zug/h mit einer Länge von 100 m, einer Geschwindigkeit von 100 km/h und bestehend aus 100% Fahrzeugen mit Scheibenbremsen.
Fahrzeugart
| Fahrzeugart | $D_{Fz}(dB)$ |
| InterCity Express | -3 |
| EuroCity / InterCity | 0 |
| Interregio | 0 |
| D/FD-Zug | 0 |
| Eilzug | 0 |
| Nahverkehrszug | 0 |
| S-Bahn (Triebzug) | 0 |
| S-Bahn Berlin | 0 |
| S-Bahn Hamburg | 0 |
| S-Bahn Rhein-Ruhr | 0 |
| Güterzug (Fernv.) | 0 |
| Güterzug (Nahv.) | 0 |
| U-Bahn | 2 |
| Straßenbahn | 3 |
| Transrapid 07/1 | 0 |
| Transrapid 07/2 | -1 |
Bremsbauart
\(D_D=10\lg(5-0.04p)\)
mit
- p: prozentualer Anteil scheibengebremster Fahrzeuge an der Zuglänge (einschließl. Lok)
Zuglänge
\(D_l=10\lg(0.01l)\)
mit
- l: Summe der Länge aller Züge der Zugklasse i pro Stunde
Zuggeschwindigkeit
\(D_v=20\lg(0.01)\)
mit
- v: zul. Strecken- oder zul. Fahrgeschwindigkeit in km/h
Aerodynamik
\(D_{Ae} = 0 dB\) für v <= 250 km/h
\(D_{Ae} = 1 dB\) für 250 km/h < v <= 300 km/h
siehe BZA-1991-Aero
Fahrbahnkorrektur
| Attributwert FBNR | Fahrbahnart | DFb (dB) |
| 1 | Rasenbahnkörper-Straßenbahn | -2 |
| 2 | Schotterbett-Holzschwelle | 0 |
| 3 | Schotterbett-Betonschwelle | 2 |
| 4 | feste Fahrbahn, nicht absorbierend | 5 |
Brücken
DBr = 3 dB
Hinweis
Schall 03 (1990) unterscheidet keine verschiedenen Brückenarten.
Bahnübergänge
DBü = 5 dB
Hinweis
Nach Schall 03 (1990) entfällt bei Verwendung des Zuschlags für Bahnübergänge die Korrektur für die Fahrbahnart (DFb=0 dB), wobei als Teilstücklänge die zweifache Straßenbreite anzusetzen ist.
Gleisbögen (Kurven)
| Kurvenradius r | DRa (dB) |
|---|---|
| r < 300 m | 8 |
| 300 m <= r < 500 m | 3 |
| r >= 500 m | 0 |
Hinweis
Die Kurvenkorrektur DRa kann in Verbindung mit dem Zuschlag für Bahnübergänge DBü verwendet werden.
Mehrfachreflexion
Bei enger hoher Bebauung von Schienenwegen wird der Zuschlag für Mehrfachreflexion durch Eingabe des Bebauungsabstands und der mittleren Höhe der Randbebauung bei der Berechnung berücksichtigt. Zur Berechnung der Pegelerhöhung durch Mehrfachreflexion siehe RLS-90, Mehrfachreflexionszuschlag.
Nach Schall 03 (1990) ist der Mehrfachreflexionszuschlag dann zu vergeben, wenn der Immissionspunkt im Bereich der Randbebauung liegt (Zitat: “... sind die Beurteilungspegel in diesem Bereich ... zu erhöhen ...“), ohne dass festgelegt ist, wie dieser Bereich, insbesondere bei gekrümmten Schienenpolygonen, festzulegen ist. In CadnaA wird das Verfahren in diesen Fällen für jedes Teilstück des Quellpolygons angewandt und geprüft, ob der Immissionspunkt innerhalb des halben eingegebenen Abstandes dBeb liegt. Fall ja, wird der Zuschlag vergeben, ansonsten nicht.
Daher kann es vorkommen, dass nicht alle Teilstücke des Quellpolygons vom Immissionspunkt „gesehen“ werden (siehe Berechnungsprotokoll). Um die Anzahl der Teilstücke zu reduzieren, kann der Befehl Stich verwendet werden (siehe Kapitel 11.9 im Handbuch „Einführung in CadnaA“).
vmax
Nach Eingabe einer streckenbezogenen Höchstgeschwindigkeit vmax werden die ggf. höheren Zuggeschwindigkeiten an die eingegebene Maximalgeschwindigkeit angepasst. Zur Berechnung wird der kleinere der beiden Werte verwendet.
Zugklassen und Zuschläge
Wenn diese Option aktiviert, können die Zugarten bzw. Zugklassen, die Zugzahlen sowie die Korrekturzuschläge je Zugklasse editiert oder als Zugzahlenliste ausgewählt werden. CadnaA errechnet dann automatisch aus den eingegebenen Werten den Emissionspegel.
Hinweis
Im Nachfolgenden wird die Vorgehensweise bei Editieren einer lokalen Zugzahlenliste beschrieben. Zur Eingabe von Zugzahlenlisten in die lokale Bibliothek, siehe Zugzahlen-Bibliothek.
Lokale Zugzahlenliste

Zuggattung
Die Zuggattung wird aus der Bibliothek (global)|Zugklassen aus der Liste Zuggattung ausgewählt. Damit sind die entsprechenden Parameter wie die Zuglänge- und -geschwindigkeit, sowie der Scheibenbremsanteil p% vorgegeben.
Anzahl Züge Tag/Abend/Nacht
Anzahl Züge in den Zeitbereiche Tag/Nacht (für Schall-03). Falls die Zugzahlen pro Stunde vorliegen, ist diese Anzahl für Tag mit 16 und für Nacht mit 8 zu multiplizieren.
Hinweis
Bei Berechnungen nach VBUSch ist auch der Abendzeitraum relevant (D/E/N = 12/4/8 h).
Geschwindigkeit
Fahrgeschwindigkeit eines Zuges der jeweiligen Zugklasse (in km/h)
Zuglänge
Länge l eines Zuges der jeweiligen Zugklasse (in m)
Fahrzeugart
Die Korrektur Dfz berücksichtigt den Einfluss der Fahrzeugart S03-1990 BZA-1991-Rad. Alternativ können Sie nach Aktivieren der darunterstehenden Option aus einer Liste von Fahrzeugarten wählen.
| Fahrzeugart | DFz (dB) |
|---|---|
| Fahrzeug mit Radabsorbern (401) | -3 |
| Fahrzeug mit Scheibenbremsen (403, 420, 472) | -2 |
| Fahrzeug mit Scheibenbremsen (Bx-Wagen) | -1 |
| U-Bahn | 2 |
| Straßenbahn | 3 |
| sonstige | 0 |
| Transrapid 07/1 | 0 |
| Transrapid 07/2 | -1 |
Emission Lm,E,i (dB)
Hier erscheint der aus den Parametern für diese Zugklasse resultierende Emissionspegel Lm,E,i.