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Nutzerdefinierte Richtwirkung

Nutzerdefinierte Richtwirkungen sind zunächst in der lokalen Bibliothek von CadnaA anzulegen und danach der jeweiligen Quelle zuzuweisen.

  • Öffnen Sie im Menü Tabellen|Bibliotheken (lokal) die Tabelle Richtwirkung (lokal).
  • Legen Sie über das Kontextmenü (rechte Maustaste) eine neue Zeile an und doppelklicken Sie in diese. Der Dialog zur Eingabe einer Richtwirkung wird geöffnet.
  • Geben Sie im Feld „Bezeichnung“ den Ausdruck „Richtwirk 1“ und für den ID „RIWI1“ ein.
  • Da die Berechnung mit A-bewerteten Pegeln mit der Stützfrequenz 500 Hz durchgeführt wird, sind nur diese Oktavwerte relevant. Geben Sie die Werte wie abgebildet ein..

Eingabedaten für Richtwirkung „Richtwirk 1“

  • Aktivieren Sie die Option „normiert“. Dadurch werden die eingegebenen Pegelwerte so normiert, dass sich die Schallleistung der Quelle nicht ändert.
  • Die Normierung der Richtwirkung erfolgt für die entsprechenden Nennfrequenzen sowie Winkel.
  • Schließen Sie den Dialog mit OK.
  • Geben Sie eine Punktquelle mit 100 dB(A) Schallleistungspegel ein und ziehen Sie ein Rechengebiet um die Quelle auf.
  • Klicken Sie im Dialog Punktquelle anschließend auf die Schaltfläche „Richtwirk...“ und wählen im Listenfeld im Dialog Richtwirkung den Eintrag „Richtwirk 1“ aus. Behalten Sie die Einstellung „Richtwirkung automatisch“ zunächst bei.
  • Berechnen Sie das horizontale Raster, nachdem Sie die Rasterweite auf 1x1 m und ein Linienraster gewählt haben.

Normierung der Richtwirkung

Die Normierung erfolgt über die nachstehende Formel:

\(L_{i,\ norm} = L_i - L_{mean}\)

\(L_{mean} = 10 \cdot log \left[ \frac{1}{A_{total}} \cdot \left(\sum_{i=0}^{N} 10^{\frac{L_i}{10}} \cdot A_i \right)\right]\)

mit:

  • \(L_{i,\ norm}\): Normierter Schalldruckpegel bei einer Nennfrequenz z.B. 500 Hz, eines Frequenzbandes
  • \(L_{mean}\): Mittelwert des Schalldruckpegels bei einer Nennfrequenz
  • \(A_i\): Diskrete Oberfläche einer Kugel
  • \(A_{total}\): Gesamte Oberfläche einer Kugel

Punktsymmetrische Ausbreitung bei einer Punktquelle

Offensichtlich wurde in der xy-Ebene keine Richtwirkung berücksichtigt, da die Ausbreitung punktsymmetrisch ist. Der Boden als nächst gelegenen Reflektor führt dazu, dass der automatisch erzeugte Richtwirkungsvektor in die +z-Richtung (also nach oben) zeigt.

  • Wählen Sie das Objekt Vertikales Raster aus dem Werkzeugkasten aus und ziehen Sie eine 2-Punkt-Linie von links nach rechts über die Punktquelle hinweg.
  • Doppelklicken Sie auf das vertikale Raster und klicken Sie auf die Schaltfläche „Berechnen“.

Vertikales Raster für Punktquelle mit z-Richtwirkung

Um die Richtwirkung in die xy-Ebene auszurichten, wird die Option „Richtwirkung automatisch“ deaktiviert und eine geeignete Richtung (d.h. 0°-Richtung) eingegeben.

  • Öffnen Sie den Punktquelle-Dialog und klicken Sie die Schaltfläche „Richtwirk...“. Wie zu sehen, hat CadnaA automatisch den Richtwirkungsvektor in z-Achsenrichtung orientiert (x=y=0, z=1).
  • Klicken Sie auf die Option „Richtungsvektor“. Daraufhin können Koordinaten für x,y,z eingegeben werden.
  • Geben Sie x=1, y=0, und z=0 ein, um die 0°-Richtung des Richtwirkungsvektor in Richtung der positiven x-Achse auszurichten (also nach rechts).
  • Schließen Sie alle Dialoge mit OK und starten Sie die Rasterberechnung. Danach erhalten Sie folgende Darstellung:

  • Öffnen Sie erneut den Dialog Richtwirkung der Punktquelle.
  • Geben Sie x=1, y=1, und z=0 ein, um die 0°-Richtung des Richtwirkungsvektor in Richtung der Winkelhalbierenden zwischen positiver x- und y-Achse auszurichten (45° nach rechts oben).
  • Schließen Sie alle Dialoge mit OK und starten Sie die Rasterberechnung.

Die Koordinateneingabe im Dialog Richtwirkung bezieht sich auf den Einheitskreis. Das Wertetriple (x, y, z)=(1, 1, 0) erzeugt eine Winkelhalbierende in 45°-Richtung, wobei - bezogen auf den Einheitskreis - die Werte x=y=0.7071 lauten. Diese werden auch von CadnaA im Dialog Richtwirkung bei erneutem Öffnen angezeigt. Allgemein lauten die Berechnungsformeln für den unnormierten Richtwirkungsvektor in Gradrichtung ϕ:

\(x=\cos\varphi\sin(90-\vartheta)\)

\(y=\sin\varphi\sin(90-\vartheta)\)

\(z=\cos(90-\vartheta)\)

Dabei ist ϕ der Winkel, den die Projektion des Richtwirkungsvektors auf die xy-Ebene mit der positiven x-Achse einschließt. Der Winkel ϑ ist hier der Winkel den der Richtwirkungsvektor mit der xy-Ebene einschließt.

Polarkoordinaten und kartesische Koordinaten

Die auf den Einheitsradius normierten orthogonalen Koordinaten ergeben sich zu:

$x'=\frac{x}{|r|}; y'=\frac{y}{|r|}; z'=\frac{z}{|r|}; $

mit

\(|r| = \sqrt{x^2+y^2+z^2}\)