Einfluss der Bodendämpfung
Die Norm ISO 9613-2 (1996) enthält zwei verschiedene Verfahren zur Beschreibung der Bodendämpfung:
- frequenzabhängiges Verfahren (DIN ISO 9613-2, Abschnitt 7.3.1),
- Verfahren für A-Schalldruckpegel (dto., Abschnitt 7.3.2).
Bei der Berechnung des A-bewerteten Schalldruckpegels kann nach DIN ISO 9613-2 (1996) unter folgenden Bedingungen das sogenannte „alternative Verfahren“ zur Berechnung der Bodendämpfung verwendet werden:
- Der Schall breitet sich über porösem Boden oder gemischtem, jedoch überwiegend porösem Boden aus.
- Der Schall ist kein reiner Ton.
In diesem Fall berechnet sich die Bodendämpfung zu:
\(A_{gr}=[4.8-\frac{2h_m}{d}(17+\frac{300}{d})]dB\geq 0dB\)
Um die Bodendämpfung für A-bewertete Pegel nach dieser Formel zu berechnen, muss auf der Registerkarte „Industrie“ im Dialog Berechnung|Konfiguration für „Bodendämpfung“ entweder „nicht spektral“ oder „spektral, nur spektrale Quellen“ gewählt sein.

Konfiguration, Registerkarte „Industrie“
Hinweis
Weitere Einzelheiten zu den weiteren Einstellungen für die Bodenabsorption siehe ISO 9613 (1996) im CadnaA-Referenzhandbuch.
Hinweis
Bei Auswahl „keine“ wird keine Bodendämpfung (Agr=0 dB), jedoch die Richtwirkungskorrektur nach Formel (11), DIN ISO 9613-2 (1996), berücksichtigt.
Hinweis
Bei Auswahl „spektral, alle Quellen“ wird immer das allgemeine (frequenzabhängige) Berechnungsverfahren für die Bodendämpfung verwendet. Bei Quellen mit A-bewerteten Schallleistungspegeln als Emissionsgröße ist die eingegebene Frequenz für die Berechnung der Bodendämpfung maßgebend (Standardwert: 500 Hz).
Zur Berücksichtigung der Bodendämpfung werden nun die Höhen der Punktquelle auf 0.5 Meter und des Immissionspunktes auf 1.5 Meter verringert und die Berechnung erneut durchführt.
Das Protokoll weist eine Bodendämpfung von Agr = 4,4 dB aus:

Um dem scheinbaren Anstieg des Schallleistungspegels der Schallquelle aufgrund von Reflexionen am Boden nahe der Quelle Rechnung zu tragen, wird noch zusätzlich ein Richtwirkungsmaß DΩ aus den Höhen und dem Abstand der Schallquelle und des Empfängers (Immissionspunkts) hinzugerechnet (hier in Spalte K0 mit +3 dB).
Hinweis
Bei eingestellter spektraler Bodendämpfung ist die Bodenreflexion schon in der Berechnung von Agr enthalten. In diesem Fall enthält die Spalte „K0“ den Wert Null oder das ggf. im Quelldialog eingegebene „K0 ohne Boden“.
In diesem Beispiel ergibt sich somit am Immissionsort ein Schalldruckpegel von 47,4 dB(A).