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Registerkarte Industrie

Hinweise zu den Berechnungsoptionen für folgende Industrierichtlinen finden Sie in der englischen Fassung des CadnaA-Referenzhandbuchs:

  • Nordic Prediction Method (1996)
  • Nord 2000
  • Ljud från vindkraftverk
  • BS 5228
  • Harmonoise
  • Concawe
  • NMPB Industry 2008
  • HJ 2.4-2009 (China)

Bezüglich Schall 03 (2014) für Industriequellen (Rangier- und Umschlagbahnhöfe) siehe Registerkarte Schiene.

Die auf der Registerkarte „Industrie“ vorgenommenen Einstellungen wirken sich auf folgende Quellen aus:

Tabelle „Ausbreitungsmodelle Industrie“

Nachfolgende Tabelle enthält stichpunktartig die wesentlichen Charakteristika der in den weiteren Abschnitten behandelten Konfigurationen für die verschiedenen Ausbreitungsmodelle für Industriequellen, vor allem im Hinblick auf die modellmäßige und numerische Behandlung der einzelnen Dämpfungseffekte im Wege der Schallausbreitungsbreitungsrechnung.

Nr Option bzw. Ausbreitungseffekt Norm / Richtlinie
ISO 9613 (1996) und ISO 9613 (2024) VDI 2714/2720 DIN 18005 (1987) ÖAL 28 (1987) CNOSSOS-EU
1 Berechnung mit A-bew. Pegeln ja ja ja ja ja
2 spektrale Berechnung ja, für Oktaven 63 Hz bis 8000 Hz (erweitert bis 31.5 Hz), für Terzen 25 Hz bis 10000 Hz ja (wie vor) nein (keine Ergebnisanzeige für Spektren) ja (für Oktaven 63 Hz bis 8000 Hz, in CadnaA erweitert bis 31.5 Hz) für Oktaven 63 Hz bis 8000 Hz
3 geometrische Ausbreitungsdämpfung Vollkugelausbreitung (4π r2) wie vor Divergenz kombiniert mit Boden- und Luftabsorption Vollkugelausbreitung (4π r2) wie vor
4 Dämpfung durch Luftabsorption auf Basis des Luftabsorptionskoeffizienten nach ISO 9613-1 (bei freq.abhängiger Berechnung mit der Mittenfrequenz eines jeden Oktav- bzw. Terzbandes) ja s.o. ja (wie in VDI 2714) ja (nach ISO 9613-1)
5 Behandlung der Bodenreflexion ohne Spiegelquellen, sondern algorithmisch in Verbindung mit der Bodenabsorption (s.u.) wie vor s.o. ohne Spiegelquellen, algorithmisch incl. Bodenabsorption (s. VDI 2714, Anhang D) algorithmisch incl. Bodenabsorption (s.u.)
6 Behandlung von Reflexionen an Hindernissen durch Spiegelquellen bis max. 20.Reflexionsordnungen, Reflexionsbedingung auf Basis kleinster Abmessung und Wellenlänge bei Mittenfrequenz jedes Oktav- bzw. Terzbandes, Schallleistung der Spiegelquelle berücksichtigt ggf. Absorptionsgrad/Reflexionsverlust des Reflektors wie vor wie vor wie vor wie vor
7 Dämpfung durch Bodeneffekt (Bodenabsorption) 2 Verfahren:
1. allgemeines Verfahren (spektral): mit Bodenfaktor G (0<=G<=1), „nur für annähernd flachen Boden ... anwendbar“ (gleicher Wert Agr für alle Terzen in einer Oktave)
2. alternatives Verfahren (für A-bew. Pegel): pauschal, ohne Bodenfaktor G, „für beliebig geformte Bodenoberflächen“
2 Verfahren:
1. allgemeines Verf. für A-bew. Pegel,
2. spektrales Verf. in Sonderfällen (Anhang D)
s.o. spektrales Verfahren (analog VDI 2714, Anhang D) für 2 Ausbreitungssituationen unter Verwendung des Bodenfaktors G:
- homogene Bedingungen
- ausbreitungsgünstige Bedingungen
8 Dämpfung durch Abschirmung (Objekte) für Einfach- und Doppelbeugung auf Basis des Umwegs des Direktstrahls über das Hindernis, Strahl über Hindernis standardmäßig ohne Bodendämpfungseffekt, Schirmwirkung berücksichtigt Wellenlänge
HINWEIS: Transmission durch Hindernisse standardmäßig nicht berücksichtigt, in CadnaA näherungsweise Berücksichtigung durch „akustische Transparenz“
wie vor standardmäßig nur Einfachbeugung, in CadnaA mit Doppel- und Mehrfachbeugung nach VDI 2720 (wie vor) nur Einfachbeugung, Gebäude und mehrere Objekte durch „Ersatzschirm/e“ (mit Zusatzhöhe Δh) für Ein- und Mehrfachbeugung, unter Einbeziehung des Bodens vor und hinter dem Hindernis, mit Spiegel-Quelle und -Immissionspunkt (bei ausbreitungsgünstigen Bedingungen mit gekrümmten Strahlen)
9 Behandlung der Seitenbeugung Berücksichtigung durch zwei, seitliche Schallstrahlen (um die senkrechte Hinderniskante), Seitenbeugung beinhaltet standardmäßig den Bodendämpfungseffekt wie vor fakultativ, in CadnaA nach VDI 2720 (wie vor) nur für Einfachschirm (Verfahren auf mehrere Schirme nicht anwendbar) z.Z. nicht berücksichtigt
10 Behandlung von Mehrfach-Hindernissen im Strahlweg Sog. „Gummiband-Methode“ zur Umwegsberechnung bei Mehrfachbeugung wie in ISO 9613-2 (2024) beschrieben wird auch für Berechnungen nach ISO 9613-2(1996) verwendet. Abschirmung auf Basis des kürzesten Umwegs („Gummiband-Methode“) nicht vorgesehen,in CadnaA: Gummiband-Methode standardmäßig nur für Einfachschirm, in CadnaA erweitert auf Mehrfachschirme Abschirmung auf Basis des kürzesten Umwegs (konvexe Hülle)
11 Dämpfung durch Abschirmung (Gelände) keine explizite Behandlung der Abschirmung durch Gelände. In CadnaA wird Algorithmus wie bei Mehrfach-Hindernissen verwendet, jedoch ohne Berücksichtigung der Seitenbeugung. keine explizite Behandlung, in CadnaA wie vor wie vor wie vor siehe ISO 9613-2
12 Behandlung meteorologischer Einflüsse (Wind) 2 Möglichkeiten (empirische Korrektur Cmet):
1. auf Basis der Eingabe von C0
2. in CadnaA zusätzlich: Ableitung von C0 aus einer Windrichtungsverteilung (in ISO 9613-2 (1996)nicht vollständig behandelt)
Ableitung von C0 wie in ISO 9613-2 (2024) Annex C beschrieben nicht verfügbar in CadnaA
keine explizite Behandlung (nur Korrektur Dlang, wenn kein Mitwind) nein nein ja, durch Angabe des Anteils ausbreitungsgünstige Bedingungen, Rest: homogen, energetische Addition beider Anteile
13 Dämpfung durch Bewuchs ohne Hindernisrechnung, sondern auf Basis der Länge des Schallstrahls durch den Bewuchs (mit Höhe h) bei Annahme eines Krümmungsradius’ von 5 km oder für Berechnungen nach ISO 9613-2 (2024) Dämpfung auf Basis forstlicher Parameter wie vor (max. wirksame Länge: 200 m) auf Basis des senkrechten Wegs (<=10 dB) ähnlich VDI 2714(aber spektral) nein
14 Dämpfung durch Bebauung ohne Hindernisrechnung, sondern auf Basis der Länge des Schallstrahls durch die Bebauung (mit Höhe h) bei Annahme eines Krümmungsradius’ von 5 km wie vor auf Basis des senkrechten Wegs (<=10 dB) ähnlich VDI 2714(aber spektral) nein

Tabelle „Hindernisse und Spezial-Objekte“

Eine weitere Tabelle enthält norm-spezifische Hinweise zu den Eigenschaften der Hindernisse und der Spezial-Objekte in CadnaA.

Nr Objektart/Eigenschaft Norm / Richtlinie
ISO 9613 (1996) und ISO 9613-2 (2024) VDI 2714/2720 (88/97) DIN 18005 (1987) ÖAL 28 (1987) CNOSSOS-EU
1 Haus Ein- und Mehrfachbeugung über waagerechte Kanten auf Basis des kürzesten Umwegs, Seitenbeugung über senkrechte Kanten, keine Reflexion od. alternativ Eingabe von Schallabsorptionsgrad/Reflexionsverlust, zusätzlich (nicht normativ): Eingabe des Transmissiongrads (%), standardmäßig keine Transparenz wie vor wie vor Ein- und Mehrfachbeugung über waagerechte Kanten auf Basis des kürzesten Umwegs, Seitenbeugung nur für erste senkrechte Kante, sonst: wie vor wie vor, aber getrennt für homogene und ausbreitungsgünstige Bedingungen
2 Zylinder Ein- und Mehrfachbeugung über Zylinder hinweg auf Basis des kürzesten Umwegs, Seitenbeugung entlang des Umfangs, Reflexion bis max. 1.Ordnung, Verfahren aus ISO 9613-2 (2024) wird auch für berechnungen nach ISO 9613-2 (1996) angewendet wie vor wie vor wie vor für homogene und ausbreitungsgünstige Bedingungen
3 Schirm Ein- und Mehrfachbeugung über waagerechte Kanten auf Basis des kürzesten Umwegs, Seitenbeugung über senkrechte Kanten, keine Reflexion oder Eingabe von Schallabsorptionsgrad/Reflexionsverlust wie vor wie vor Ein- und Mehrfachbeugung über waager. Kanten auf Basis des kürzesten Umwegs, Seitenbeugung nur für erste senkrechte Kante, sonst: wie vor wie vor, aber getrennt für homogene und ausbreitungsgünstige Bedingungen
4 schwebender Schirm keine Beugung um Unterkante (nur harte Schirmkante mit freier Schallausbreitung), ansonsten s. Schirm wie vor wie vor wie vor wie vor
5 Schirm mit Auskragung Auskragung ist vollabsorbierend (keine Reflexion), Umwegsberechnung vollständig für alle IPs/Rasterpunkte außerhalb und unterhalb der Auskragung, ansonsten s. Schirm wie vor wie vor keine Schirmwirkung, da Algorithmus für nicht senkrechte Schirme ungeeignet siehe ISO 9613-2
6 Brückenplatte Schirmrechnung für horizontale Platte (schräge Platten zu horizontalem Fall approximiert), Schirmrechnung vollständig für Quellen oberhalb der Brückenplatte (Beugung nach unten), keine reflexionsbedingte Pegelerhöhung unterhalb (Boden ist keine Spiegelquelle) wie vor wie vor wie vor wie vor
7 Wall wirkt als Doppelschirm, nur reine Beugung (mit Seitenbeugung), keine absorbierenden/reflektierenden Eigenschaften
HINWEIS: Der Walloberkante nimmt nicht an der Triangulation teil!
wie vor wie vor wie vor wie vor
8 Bodenabsorptionsgebiet nur für frequenzabhängige Bodendämpfung relevant (für Mitwindausbreitung):
Verfahren unterscheidet Quell-, Empfänger- und Mittelbereich, empirische Dämpfung auf Basis der Quell- bzw. Empfängerhöhe und des Abstandes (nach Kragh)
für allgem. Verfahren (A-Pegel): ohne Einfluss, für spektrales Verf.: wie vor nicht relevant siehe VDI 2714 ja, mit Bodenfaktors G, getrennt für homogene und ausbreitungsgünstige Bedingungen
9 Bebauung/Bewuchs keine Schirmrechnung, Dämpfung auf Basis der Länge des Schallstrahls durch die Bebauung/den Bewuchs (Krümmungsradius 5 km) wie vor wie vor (jedoch auf Basis des geraden Strahlwegs) wie für VDI 2714 (aber spektral) kein Effekt
10 3D-Reflektor Schirmrechnung auf Basis des kürzesten Umwegs, zusätzlich 2 Seitenbeugungspfade, Beugung für einzelne Kanten unterdrückbar, Reflexion bis max. 1.Ordnung, keine Überlagerung aus Beugung um mehrere Kanten, keine Mehrfachbeugung wie vor wie vor keine Schirmwirkung, da Algorithmus für nicht senkrechte Schirme ungeeignet siehe ISO 9613-2
11 Eigenabschirmung nicht relevant wie vor wie vor wie vor wie vor
12 Zusatzbreite/Schirmhöhe L/R nicht relevant wie vor wie vor wie vor wie vor