Schwebender Schirm
Der schwebende Schirm stellt ein Sonderobjekt dar, dass in den Normen und Richtlinien zur Schallausbreitungsrechnung nicht enthalten ist. Er wurde ursprünglich konzipiert, um Schirme auf Brücken (siehe Brücke) berücksichtigen zu können. Diese Verwendung inzwischen obsolet, da Schirme auf Brücken oder auf Viadukten mit der Option „Eigenabschirmung“ von Straßen (siehe Gemeinsame Eingabedaten) und Schienen (siehe Gemeinsame Eingabedaten) komfortabler berücksichtigt werden können.
Unabhängig davon, kann der schwebende Schirm verwendet werden, um - zum Beispiel - aufgeständerte, abschirmende Anlagenteile zu modellieren (z.B. aufgeständerte horizontale oder vertikale Behälter oder Container).
Option „Schwebender Schirm“
Ist diese Option aktiviert, so befindet sich die Unterkante oberhalb des Bodenniveaus. Damit ergibt sich ein Schirm, der nicht mit dem Boden in Verbindung steht.
Z-Ausdehnung (m)
In diesem Feld wird - zusätzlich zur Höhe im Dialog Geometrie - die vertikale Ausdehnung von der Ober- zur Unterkante angegeben.
Beispiel
Beträgt die Höhe des Schirms (Oberkante) 10 m relativ und ist als Z-Ausdehnung 3 m eingegeben, so befindet sich die Unterkante 7 m über dem Bodenniveau.

Eigenschaften des schwebenden Schirms
Der schwebende Schirm mit einer über dem Boden befindlichen Unterkante hat folgende Eigenschaften:
-
Die Abschirmung wird - abhängig von der gewählten Norm/Richtlinie - unter Berücksichtigung der drei Strahlwege über und seitlich um den Schirm - für jeden den Schirm treffenden Strahl berechnet.
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Unterhalb der Schirmkante durchlaufende Strahlen werden nicht geschwächt berücksichtigt (d.h. freie Ausbreitung).
-
Eine Beugungsrechnung um die Unterkante erfolgt nicht.
Hinweis
Die in Normen und Richtlinien zu findenden Abschirmungformeln gelten - in der Regel - nur für die obere Beugungskante eines auf dem Boden stehenden, senkrechten Schirms. Die Beugung um die Unterkante kann - in Anbetracht der Wechselwirkung mit dem Boden - mit diesen Algorithmen nicht berechnet werden. Da eine Beugungsformel generell fehlt, erfolgt auch keine Beugung um die Schirmunterkante in CadnaA.
- Reflexionen für Strahlen, die die Fläche des schwebenden Schirms treffen, werden nach dem Spiegelquellenprinzip berechnet.
Schirm auf Brücke
Auf die nachfolgend beschriebene Vorgehensweise zur Verwendung von Schirmen auf Brücken als Verkehrsbauwerke kann verzichtet werden, wenn die Option „Selbst-Abschirmung“ bei den Objekten „Straße“ und „Schiene“ benutzt wird (siehe Gemeinsame Eingabedaten und Gemeinsame Eingabedaten, jeweils Eigenabschirmung).
Wird ein Schirm auf einer Brücke errichtet, so muss der auf der Brücke stehende Schirmabschnitt als Schirmhöhe entweder
- die Höhe der Oberkante über dem Niveau der Brückenplatte erhalten und die Option „Gebäudedach“ im Dialog Geometrie aktiviert werden (z.B. 3 m im nachfolgenden Beispiel) und Eingabe desselben Werts als z-Ausdehnung nach Aktivierung der Option „Schwebender Schirm“ oder
- die Höhe der Oberkante als absoluten Wert erhalten (z.B. 13 m im nachfolgenden Beispiel). Die z-Ausdehnung ist mit 3 m dieselbe.
Hinweis
In beiden Fällen muss der Schirm weitere Stützpunkte an den Stellen erhalten, an denen der Schirm Höhenlinien schneidet.

Einfügen eines Schirms auf der Brücke
Beispiel
Pfad: Beispiele\Hindernisse\Brücke.cna
Geben Sie die Höhe des als reflektierend eingegebenen Schirms mit den beiden nachfolgenden Dialogen zu 3 m über Brückenniveau ein.

Schirm auf Brücke mit 3 m Höhe in der 3D-Vorderansicht
![]() Aktivierte Option „Schwebender Schirm“ |
![]() Eingabe der Schirmhöhe über der Brückenplatte mit der Option „Gebäudedach“ |
Im vertikalen Raster ist der Einfluss der Reflexion an der Lärmschutzwand an den Linien gleichen Schallpegels im rechten oberen Halbraum sowie die Abschirmung des Schallschirms auf der linken Brückenseite zu erkennen.

Vertikale Schallpegelverteilung einer Straße auf Brücke mit schwebendem Schirm
siehe auch:

